Mittwoch, 30. Juli 2003

Super Sommer hat 36°

  • Hitze: Meteorologe sagen: 2003 ist der Jahrhundertsommer
  • Sonne: 30 Tropen-Tage jenseits der 30-Grad-Grenze - Rekord!

Am liebsten würde Luciano Zanoni dem heiligen Petrus ein Dankesopfer bringen: In Form einer Eistorte, versteht sich. Denn infolge des letztwöchigen Hitzerekords stürmen tagtäglich Tausende erhitzte Großstädter seinen Eissalon am Wiener Lugeck. 1.500 Liter Gefrorenes wandern an einem Spitzentag über die Theke. „Das Wetter ist ein Segen für uns. Schon im Juni hatten wir einen enormen Umsatz“, jubiliert der Eissalonbesitzer.

Rekordsommer 2003. Und nicht nur für die heimischen Eisverkäufer dürfte der Sommer 2003 rekordverdächtig werden. Denn auch die Meteorologen kommen angesichts der Temperaturkurve ins Transpirieren und prophezeien bereits jetzt einen Jahrhundertsommer: „Der Juni war der heißeste seit über zweihundert Jahren. Und auch im August wird es heiß und trocken bleiben. Dieser Sommer wird sicher alle Rekorde brechen“, prognostiziert Ernest Rudel, Chefklimatologe der Hohen Warte.

NEWS dokumentiert die absoluten Highlights des bisherigen Sommers 2003: von den heißesten Orten des Landes über die beliebtesten Eissorten und Getränke bis hin zu den blitzstärksten Regionen. Absoluter Sommer-Hotspot der letzten Wo-chen war die niederösterreichische Landeshauptstadt St. Pölten mit schweißtreibenden 36 Grad. Platz zwei des Hitzerankings teilen sich mit 35,8 Grad Bad Radkersburg in der Südsteiermark, Amstetten in Niederösterreich und die Wiener Innenstadt. Auch in Salzburg-Freisaal, das den dritten Platz belegt, war bei 35,7 Grad keine Abkühlung zu finden. Rudel: „Der Sommer ist aber noch lange nicht zu Ende. Wir werden mit Sicherheit mehr als 30 Tage mit über 30 Grad verzeichnen. Das gab es seit Beginn der Datenaufzeichnungen noch nie.“

Temperaturrekord. Klimaexperten orten generell einen Anstieg von sommerlichen Tagen, die die 30-Grad-Marke überschreiten. Wurden in der Landeshauptstadt Wien 1996 lediglich sechs Hitzetage jenseits der 30 Grad registriert, verzeichnete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zwei Jahre später bereits mehr als doppelt so viele „Tropentage“. Absoluter Rekordhalter der Hitzestatistik ist aber nach wie vor Dellach in Kärnten: Am 27. Juli 1983 wurden hier saharistische 39,7 Grad Celsius gemessen.

Bei derartigen Temperaturen hilft freilich nur mehr der Sprung ins kühle Nass. Kein Wunder also, dass die österreichischen Plantsch-Oasen frequentiert werden wie nie. So wird alleine das Wiener Stadionbad an Spitzentagen von 17.000 Abkühlungsbedürftigen gestürmt. Insgesamt verzeichnen die Wiener Bäder zur Halbzeit schon einen Besucherrekord von 2,1 Millionen Gästen. Stadionbad-Chef Karl Zajicek: „Die Saison ist schon jetzt eine der besten der letzten zehn Jahre. Wir hoffen auf noch mehr Sonne im August.“

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30.7.2003 16:15