Mittwoch, 30. Juli 2003

Arnie is back

  • Ab 1. August regiert „Terminator 3“

Sein Neuer Kino-Hit. Austro-Held Arnold Schwarzenegger feiert mit der „Rebellion der Maschinen“ fulminantes Comeback.
Am Sprung in die Politik. Arnie räumt auf: Heute Leinwand-Star, morgen schon mächtigster Mann von Kalifornien?

Manchem, so wissen es pragmatisierte Exponenten der Traumfabrik nur zu gut, reichte der bloße Windschatten eines Siegers, um ans gewünschte Ziel vorzupreschen. Arnold Schwarzenegger, Hollywood-Goliath österreichischer Provenienz und am 30. Juli 56 Jahre alt, hantelte sich vorzugsweise im Alleingang zum gefeierten Superstar:
Manchmal unterstützt von karriereprofitablen Aktivitäten Gutwilliger, aber primär mit barbarischem Totaleinsatz und gefürchteter terminatorischer Disziplin. Die am 6. August 1986 geschlossene Ehegemeinschaft mit Kennedy-Nichte Maria Shriver trug das Ihre dazu bei, ebenfalls eine saftige Portion Glück, die Österreichs breitester Sohn – neidvoll betrachtet – ohnehin gepachtet zu haben scheint.

Denn längst ist Schwarzenegger nicht mehr konjunkturabhängig. Selbst nach einer Reihe filmischen Mülls und der Operation an einer defekten Herzklappe, die laut Meuchelgerüchten durch Anabolika gelitten hatte, schert es den Eichenstamm nicht, wenn sich die Sau dran reibt. Ebenso wenig vermag man den Künstler mittels abstruser Busengrapscher-Diffamierungen und uneleganter Paparazzi-Abschüsse, die degoutante Schwimmreifen um seine Hüften geortet haben wollen, umzubringen. Ganz im Gegenteil: Die Arnie-Festspiele finden derzeit gar kein Ende mehr.

Zum einen kehrt der einstige Hantelmann aus Thal in der Steiermark ab Freitag in „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“ in seiner fulminanten Paraderolle zurück: Als Cyborg T-800 hüllt sich der smarte Entrepreneur zum dritten Mal in die Lederkluft des Edel-Stahlträgers aus der Zukunft. In erster Linie, um sich dem effektivsten Geschlechterkampf in der Action-Historie zu stellen und – klarerweise – „Immer noch“-Hero John Connor (Nick Stahl) die Brust zu stärken.

Ein fabrikneues Killerweib in Gestalt des Topmodels Kristanna Loken bereitet im 170 Millionen Dollar teuren Krawallmacher wutentbrannt die Apokalypse und damit den Tod von Weltenretter Connor vor. Das zum netten Terminator umprogrammierte Cyborg-Skelett T-800 eilt umgehend zu Hilfe, wird von der bösen Blondine mit Arschkickqualitäten vorerst allerdings stark behindert. Es geht aber – nervenschwachen Lesern und enthusiasmierten Arnie-Fans zur Beruhigung – alles gut aus. Dazu kommt ein erfreulicher Kassenreport, der Schwarzenegger nachhaltig in den Schauspielolymp katapultiert:
Gagenkönig Arnie. Teil drei der kultigen Cyborg-Saga hatte nach nur dreiwöchiger Leinwandpräsenz 145 Millionen Dollar in die US-Kinokassen gefegt. Mit der Rekordgage von 30 Millionen Dollar ohnehin bereits gut versorgt (Topkollegen wie Bruce Willis, Harrison Ford und Michael Douglas kassieren „nur“ 25 Millionen), schneidet die berüchtigte Action-Ikone auch noch am Profit des Streifens
mit – von DVD-Rechten bis zu „Terminator“-Shirts.

Ein genialer Schachzug, wenn man bedenkt, dass dafür gerade einmal zwei Minuten nötig waren. Das kurze Verhandlungsgespräch brachte die „Terminator“-Produzenten Mario Kassar und Andrew Vajna zwar fast um den Verstand, doch Schwarzeneggers Credo schien überzeugend: „Ich bürge für ,Äktschn‘ und ‚Sätisfäktschn‘. Ich bin der Terminator.“

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30.7.2003 16:05