Freitag, 1. August 2003

FORMAT: Palmers lockt mit neuer Kampfpreis-Kollektion

  • Vorstands-Chef Wölfler will wieder zurück in die Gewinnzone
  • Komplette Neupositionierung gegen angegrautes Image

Palmers-Chef Walter Wölfler, der neue mächtige Mann in der Palmers Textil AG, zieht mit einer neuen Wäschelinie in den Kampf gegen H&M und Co. Sein Ziel: die Rückkehr in die Gewinnzone.

Walter Wölfler, vor wenigen Wochen zum Chef der Palmers Textil AG aufgestiegen, hat aufgrund seines jahrelangen Umgangs mit der Materie ein mittlerweile neutrales Verhältnis zu Reizwäsche. Angesichts der neuesten Kollektion des Hauses gerät allerdings auch er ins Schwärmen: "Mit Twilight haben wir eine Serie, die vom Design her super ausschaut."

Neupositionierung
Mit der neuen Wäschelinie läutet Wölfler die komplette Neupositionierung des leicht angegrauten Dessous-Imperiums ein. Denn der traditionell im oberen Preissegment angesiedelte Wäscheriese will es künftig billiger geben und mit wahren Dumpingangeboten den Markt kräftig aufmischen.

Künftig will Palmers mit Niedrigpreiskollektionen - Twilight geht im Herbst an den Start - vor allem bei den 20- bis 35-jährigen Kundinnen Terrain gewinnen. Mit ständig wechselndem Sortiment und wahren Kampfpreisen - sie liegen um bis zu 50 Prozent unter dem normalen Palmers-Level - soll Konkurrenten wie H&M, Zara oder Intimissimi das Wasser abgegraben werden.

Testfilialen in Wien und Wels
Zudem werden die knapp 300 Filialen (davon rund 180 Shops auf Franchisebasis) samt Verkaufspersonal einem Facelifting unterzogen. Vier Testfilialen - drei davon in Wien (Mariahilfer Straße, Donauzentrum und Brünner Straße) sowie ein Shop in Wels - werden ab Mitte September das neue Wäsche-Feeling vermitteln. Fix ist nur: Die Farbe Grün dominiert weiter.

Der Neustart der Wäschekette ist eine der Konsequenzen aus dem Rosenkrieg im Palmers-Clan (siehe Kasten). Denn während unter der Ära von Ex-Palmers-Boss Rudolf Humer die Textilaktivitäten eher konservativ gehandhabt wurden - das konzerneigene Immobiliengeschäft hatte Vorrang -, besteht nun erheblicher Handlungsbedarf. Der Palmers-Konzern wird nämlich geteilt, und die Textil AG hat die strikte Vorgabe, künftig vor allem aus eigener Kraft Gewinne zu erzielen.

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1.8.2003 10:11