EZB tastet Zinsen nicht an - Leitzins weiter bei 2,0%
- Zinssenkung erst im Herbst erwartet
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen nicht angetastet. Der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld in der Eurozone verharrt damit weiterhin bei 2,0 Prozent. Dies teilte die EZB am Donnerstag nach der Sitzung des Rates in Frankfurt mit.
Analysten hatten auch keinen Zinsschritt von den obersten europäischen Währungshütern erwartet. Zuletzt ist der entscheidende Leitzins für den Euro-Raum Anfang Juni um 50 Basispunkte gesenkt worden.
Zinskorridor für Geldmarkt bleibt unverändert
Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ auch den Zinskorridor für den Geldmarkt unverändert. Die Sätze dafür betragen weiterhin 1,00 Prozent für Übernachteinlagen der Banken bei der EZB und 3,00 Prozent für Übernachtkredite.
Leitzins auf historischem Tiefstand
Der Leitzins liegt mit 2,00 Prozent schon derzeit auf einem historischen Tiefstand. Seit Dezember hat die EZB die Bankenrefinanzierung insgesamt 1,25 Prozentpunkte verbilligt, da die schwache Konjunktur und der kräftige Euro-Kursanstieg das Preisniveau dämpfen.
Zwar war an den Finanzmärkten für diese Woche keine Zinssenkung erwartet worden, doch viele Analysten rechnen mit einer weiteren geldpolitischen Lockerung später im Jahr. Sie begründen ihre Erwartung damit, dass die Konjunktur sich nicht wie von der EZB erwartet noch in diesem Jahr erholen und der Euro zu einem neuen Höhenflug ansetzen wird. Beobachter gehen davon aus, dass bei der Sitzung im September oder Oktober ein so genannter kleiner Zinsschritt erfolgen wird. (apa/red)
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