Donnerstag, 31. Juli 2003

Imas-Studie: Wer spart und wer Schulden macht!

  • Vor allem Frauen und Ältere legen sich einen "Notgroschen" an
  • 52% der Österreicher zur Sparsamkeit erzogen

Dass manche Leute sparen und andere lieber Geld ausgeben und Schulden machen ist klar. Das Linzer Meinungsforschungsinstitut Imas wollte nun herausfinden welche Bevölkerugsgruppe wie mit Geld umgeht. Das Ergebnis: Vor allem Frauen und Ältere legen sich einen "Notgroschen" an. Männer und Jüngere sehen ein überzogenes Konto eher als etwas Alltägliches an.

Imas befragte in der Zeit von 23. Juni bis 8. Juli des heurigen Jahres einen repräsentativen Querschnitt von 1.000 Österreicherinnen und Österreichern über 16 Jahre zum Thema "Geldangelegenheiten". Eine Liste von 16 Antwortmöglichkeiten wurde vorgegeben, Mehrfachnennungen waren zulässig.

52% zur Sparsamkeit erzogen
Jeweils 52 Prozent der Befragten erklärten: "Ich wurde sehr zur Sparsamkeit erzogen" und "ohne Notgroschen im Hintergrund fühle ich mich sehr unwohl". Wobei 57 Prozent der Frauen und nur 46 Prozent der Männer einen "Notgroschen" brauchen. Unterschiede gibt es hier auch in den Altersgruppen: Bei den Unter-30-Jährigen ist nur jeder Dritte ein "Notgroschen-Befürworter" bei den Über-50-Jährigen sind es 61 Prozent.

Weitere 44 Prozent aller Befragten bejahten die Auffassung, man solle sich nur das anschaffen, was man sofort bezahlen kann. Und ebenso 44 Prozenten stimmten der Feststellung zu: "Eigentlich geht es mir finanziell recht gut".

Seelische Belastung durch Schulden
Immerhin 37 Prozent sagten aber auch, Schulden würden sie "seelisch sehr stark belasten". Fast ebenso viele - nämlich 36 Prozent - stimmten der folgenden Aussage zu: "Schulden machen ist eigentlich etwas ganz Alltägliches. Fast jeder hat ein überzogenes Konto oder einen Kredit". Während bei den Frauen nur 33 Prozent ein überzogenes Konto als "normal" ansehen, sind es bei den Männern 40 Prozent. Ähnlich die Alters-Unterschiede: Schulden sind für 44 Prozent der Twens "alltäglich", aber nur für 23 Prozent der Leute jenseits der 50.

35 Prozent erklärten, sie wissen über die finanzielle Situation ihres Lebenspartners beziehungsweise ihrer Partnerin Bescheid. Und für jeden Dritten der Befragten ist die dicke Brieftasche auch ein Mittel, um gesellschaftliche Anerkennung zu gewinnen. 21 Prozent sind in diesem Zusammenhang frustriert, weil sie weniger Geld haben als ihr Bekanntenkreis.

Ebenfalls 21 Prozent sagten, sie würden kein Verständnis dafür haben, dass jemand Schulden macht. (apa/red)

31.7.2003 11:49