Studie: 30% Sparpotenzial für Banken durch Arbeitsauslagerung
- "Offshoring": 5 Mrd. € in 5 Jahren einsparbar
Die europäische Bank- und Versicherungsbranche kann durch das Auslagern der administrativen Tätigkeiten in Billiglohnländer - das so genannte "Offshoring" - bis zu 30 Prozent der Kosten einsparen und somit ihre Position im internationalen Wettbewerb deutlich stärken, ergab eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Management-Berater von A.T. Kearney.
Die Berater orten "Nachholbedarf bei europäischen Banken und Versicherungen". Besondere Bedeutung komme den Standorten in Osteuropa zu.
US-Finanzdienstleister würden bereits jetzt verstärkt Administrationsaktivitäten außer Landes verlagern und versprechen sich davon Einsparungen von rund 30 Mrd. Dollar (26,1 Mrd. Euro) jährlich. "Um ihre Profitabilität im internationalem Wettbewerb zu erhalten müssen auch europäische Finanzinstitute die Möglichkeiten des Offshoring nutzen", ist Robert Kremlicka, Leiter bei A.T. Kearney für den Finanzbereich in Osteuropa, überzeugt.
5 Mrd. € in 5 Jahren
Binnen fünf Jahren könnten durch die Auslagerung personalintensiver Back-Office-Arbeiten rund 5 Mrd. Euro jährlich eingespart werden, meint A.T. Kearney. Längerfristig würden auch komplexere Geschäftsprozesse in anderen Ländern angesiedelt, was das Einsparungspotenzial verdoppeln werde. Für ein Offshoring würden sich "grundsätzlich alle standardisierbaren und personalintensiven Arbeiten wie IT-Services, Call Center, Transaktionsabwicklung und Rechnungswesen eignen".
Während 90 Prozent der US-Finanzdienstleister ihre Dienste vorzugsweise nach Indien umschichten, bevorzugen europäische Unternehmen zentral- und osteuropäische Länder wie Ungarn, Rumänien und die Slowakei. Dabei nehmen die Unternehmen auch bewusst Nachteile in Kauf: Eine Verlagerung nach Indien verspreche Einsparungen von bis zu 50 Prozent, während in Osteuropa lediglich 30 Prozent der Kosten reduziert werden können, so die Autoren der Studie. (apa/red)
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