Dienstag, 29. Juli 2003

Dramatische Dürrefolgen: Ernteausfälle bis 70 Prozent

  • Mangel an Grünfutter führt bereits zu Vieh-Notverkäufen
  • Pröll: Investitionskredite werden gestundet - EU soll helfen

Die große Hitze der letzten Wochen und die damit einhergehenden Unwetter führen in Österreich zu gewaltigen Ernteausfällen. In manchen Regionen betragen diese fast 70 Prozent. Laut Landwirtschaftskammer herrscht fast überall akuter Mangel an Grünfutter, zum Teil kommt es bereits zu Notverkäufen. Auch die Heuernte soll katastrophal schlecht ausfallen.

Vor allem die seit Wochen anhaltende Hitzewelle sorgt für dramatische Ernteeinbußen in Oberösterreichs Landwirtschaft. Rund ein Drittel der gesamten Ernte sind bereits verloren, die kurzen Regenfälle waren immer nur ein "Tropfen auf den heißen Stein", beschreibt der Präsident der oberösterreichischen Landwirtschaftskammer, Hannes Herndl, die alarmierende Lage für die heimischen Grünflächenbauern. Dringenden Handlungsbedarf sieht auch Landeshauptmann Josef Pühringer: "Wir haben in einem Dürregipfel ein Maßnahmenpaket für eine rasche und unbürokratische Hilfe für unsere Bauern geschnürt".

Sofortige Hilfsmaßnahmen
Teil dieser Sofortmaßnahmen sei einerseits eine deutliche Verbilligung von Futtermitteln wie Heu, Silierballen und Silomais, andererseits eine - noch in der kommenden Woche startende - "Gratis-Saatgutaktion". Unbedingte Voraussetzung dafür seien aber Niederschläge. "Deadline ist der 10. August - bis zu diesem Datum muss die ausgestreute Saat Früchte zeigen", erklärte Herndl. Die Finanzierung der Aktionen soll das Land Oberösterreich gemeinsam mit dem Bund und der EU tragen. "Oberösterreich schießt zwei Millionen Euro zu, die Verhandlungen auf Bundes- und EU-Ebene werden in den nächsten Tagen abgeschlossen sein", so der Landeshauptmann. Insgesamt benötige man rund 4 bis 5 Mio. Euro.

Vieh-Notverkäufe
Besonders wichtig sei jetzt, durch eine gezielte Unterstützung den bereits einsetzenden Notverkäufen von Tieren Einhalt zu gebieten. "Die heimischen Bauern sehen sich auf Grund der fehlenden Futtermittel teilweise jetzt schon gezwungen, Vieh zu verkaufen - dies ist aber nur kurzfristig ein Gewinn für den Landwirt, längerfristig fehlen dann die Erträge", erläuterte Herndl. (apa/red)

29.7.2003 11:18