Dienstag, 29. Juli 2003

Steuerreform: Frisch für radikale Senkung der Körperschaftssteuer

  • Senkung von 34 auf 25 Prozent geplant
  • Firmenabänderungen sollen verhindert werden

Wegen der Gefahr der Abwanderung von Unternehmen in die EU-Beitrittsländer in Zentral/Osteuropa rät der Vorsitzende des Staatsschuldenausschusses, Helmut Frisch, zu einer "radikalen" Absenkung der Körperschaftssteuer (KÖSt) von derzeit 34 auf 25 Prozent. Zum otpimalen Zeitpunkt einer KÖSt-Senkung wollte er sich in der Zeit im Bild 2 nicht festlegen.

Ein Prozentpunkt Körperschaftssteuer "kostet" wie berichtet rund 130 Mio. Euro. Nach dem derzeitigen Plan der Regierung soll die KÖSt 2005 von 34 auf 31 Prozent gesenkt werden.

Die Wirtschaft fordert wie berichtet eine ehestmögliche KÖSt- Senkung, um drohende Abwanderungen zehntausender Arbeitsplätze in die osteuropäischen Nachbarländer zu verhindern. Der hohe KÖSt-Satz in Österreich gilt in den Augen der Wirtschaftskammer, aber auch von ÖVP
-Budgetsprecher Stummvoll als ein Standortnachteil. Während Österreich bei 34 Prozent KÖSt liegt, sind es in Ungarn 18 Prozent, in der Slowakei und in Polen 19 Prozent, in Slowenien und Tschechien 24 Prozent.

Steuerreform muss leistbar sein
Frisch bekräftigte auch seine frühere Forderung, die Steuerreform generell zu einem Zeitpunkt durchzuführen, an dem sie leistbar sei.

Der Tiroler Landeshauptmann Van Staa hat am Montagabend die Pläne seiner Parteifreunde in der ÖVP zurück gewiesen, im Zuge der für 2005 geplanten Steuerreform auch den Spitzensteuersatz von derzeit 50 Prozent zu senken. In der "ZiB2" sagte Van Staa, das habe für ihn "überhaupt keine Vordringlichkeit". Der Spitzensteuersatz habe ihn noch nie gestört. Menschen die ihn bezahlen müssen, sollten sich nicht darüber beklagen, sondern freuen, dass sie so viel verdienten. (apa)

29.7.2003 07:59