Sonntag, 3. August 2003

Salzburg im Tief - muss Coach Söndergaard gehen?

  • Nach 1:2-Niederlage gegen GAK wackelt der Stuhl des Dänen
  • PLUS: Abstimmen - welcher Trainer muss bald gehen?

Im Frühjahr noch umjubelter Trainer-Held, nach drei Spielen der neuen Saison schon wieder unter Beschuss: Für Salzburg-Trainer Lars Söndergaard wird die Luft dünner. Das 1:2 gegen den GAK war für die Mozartstädter die dritte Niederlage in ebensovielen Spielen, logische Konsequenz ist der letzte Tabellenplatz. Sollte den Salzburgern nicht demnächst der Knopf aufgehen und eine Aufholjagd wie in der letzten Saison gelingen, dürften die Tage des dänischen Trainers bald gezählt sein. Auf news.at ist Ihre Meinung gefragt: Welcher Trainer ist für Sie der erste Abschusskandidat? (Umfrage im Kasten rechts).

Im Halbjahres-Takt absolviert der SV Salzburg derzeit eine Berg- und Talfahrt. Im Herbst des Vorjahres stand die Mannschaft von Lars Söndergaard nach schwachem Saisonstart am Tabellen-Ende der Bundesliga, mit unveränderter Mannschaft mauserten sich die Salzburger aber dann zur besten Frühjahrsmannschaft, ehe in der Sommerpause der Lauf wieder riss.

Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen den GAK und null Punkten aus drei Spielen ist Salzburg wieder Schlusslicht. Vor nicht einmal 8.000 Zuschauern (Minusrekord im neuen Stadion Wals-Siezenheim) verspielten die Salzburger durch einen Doppelschlag von Kollmann (87., 90.) noch das Spiel. "Wir haben uns in vier Minuten alles zunichte gemacht. Drei Spiele hintereinander zu verlieren ist extrem deprimierend", meinte Kapitän Heiko Laessig.

Alles nur eine Kopfsache
Nun heißt es, das Feld wieder von hinten aufzurollen. Söndergaard ist überzeugt, dass dies auch gelingen wird. "Die Vorbereitung war gut, die Mannschaft hat hervorragende Werte. Das ist eine Kopfsache. Aber wir waren vor einem Jahr in einem Schwarzen Loch, wir finden auch jetzt wieder raus", erklärte der Däne.

Drei Spieler sollen geholt werden
Doch der Coach erhofft sich auch Hilfe: "Wir brauchen drei Spieler, die ich immer gefordert habe. Einen zentral in der Abwehr, einen zentral im Mittelfeld und eine schnelle Spitze. Die fehlen der Mannschaft." In der Meisterschaftspause waren die Salzburger auf dem Transfermarkt allerdings kaum aktiv, ob nun Geld und der Wille dafür da sind, muss sich erst zeigen. Die erhoffte Finanzspritze durch den geplanten Einstieg des Scheichs Khalid Al Qassimi hat sich jedenfalls als Fata Morgana erwiesen.

Schachner & GAK im Höhenflug
Während Salzburg den miserablen Saisonstart zu verdauen hat, kann sich der GAK über einen optimalen freuen. In der Champions League-Qualifikation stehen die Grazer vor einem Duell mit Ajax Amsterdam, in der Liga nehmen sie dank eines starken Finish am Samstag mit dem Punktemaximum Platz zwei ein. "Ein Kompliment für meine Mannschaft ist diesmal zu wenig. Sensationell was sie da nach dem schweren Spiel in Tirana geleistet haben", zeigte sich Trainer Walter Schachner rundum zufrieden.

Kollman kommt und Koeman geht
Lobende Worte hatte er vor allem für seinen Matchwinner übrig. "Es ist sensationell. Kollmann war drei Monate verletzt, trainiert erst seit einer Woche mit der Mannschaft. Für das Rückspiel gegen Tirana hat er sich aufgedrängt. Aber da hätte ich ihn sowieso bringen wollen", so Schachner.

Ronald Koeman, Trainer von Ajax Amsterdam und am Samstag Spion in Salzburg, sah den Gala-Auftritt des Stürmers nicht mehr. Koeman hatte das Stadion fünf Minuten vor dem Abpfiff beim Stand von 1:0 für Salzburg verlassen.

(APA/red)

3.8.2003 13:28