Sonntag, 3. August 2003

El Kaida droht USA wegen Guantanamo-Gefangenen

  • US-Regierung stoppt aus Terror-Angst Transitprogramme
  • PLUS: Ex-Häftlinge klagen von den USA Entschödigung ein

Der arabische Fernsehsender Al Arabiya hat am Sonntag eine angeblich aus der Führungsriege der Extremistenorganisation El Kaida stammende Drohung gegen die USA ausgestrahlt. In der Tonbandaufzeichnung warnt der hohe El-Kaida- Vertreter Aiman al Sawahiri die USA davor, den Gefangenen aus dem Afghanistan-Krieg, die im US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba festgehalten werden, Schaden zuzufügen. Kurz zuvor hatten die USA aus Angst vor neuem Terror zahlreiche Transitprogramme gestoppt.

"Amerika hat angekündigt, Prozesse vor Militärtribunalen gegen die moslemischen Gefangenen in Guantanamo abhalten und möglicherweise die Todesstrafe gegen sie verhängen zu wollen", sagte die Stimme auf dem Tonband. "Ich schwöre im Namen Gottes, dass der Kreuzritter Amerika einen hohen Preis für jeden Schaden zahlen wird, den er einem der moslemischen Gefangenen zufügen wird", fügte die Stimme hinzu. Sawahiri gilt als enger Vertrauter und "Stellvertreter" des Moslem- Extremisten Osama bin Laden.

El Kaida gilt unter anderem als verantwortlich für die Bombenanschläge vom 11. September 2001 in den USA. Die Gruppe wird auch hinter den Anschlägen in Saudiarabien und Marokko in diesem Jahr vermutet. In Guantanamo halten die USA mutmaßliche Mitglieder der in Afghanistan gestürzten radikal-islamischen Taliban und von El Kaida als "ungesetzliche Kämpfer" gefangen und verwehren ihnen die Rechte von Kriegsgefangenen.

USA stoppen Transitprogramme
Aus Furcht vor neuen Anschlägen hat die US-Regierung zwei Transitprogramme gestoppt, die ausländischen Flugzeugpassagieren bisher einen Zwischenstopp in den USA ohne Visum erlaubten. Diese Regelung werde mit sofortiger Wirkung für zwei Monate aufgehoben, teilte das Ministerium für Innere Sicherheit am Samstag in Washington mit. Bisher wurden Fluggäste auf Weiterreise in ein anderes Land ohne Visum in den Transitbereich von US-Flughäfen gelassen.

Wer mit dem "Transit Without Visa"-Programm reiste, durfte Inlandsflüge nutzen und bis zu zwei US-Flughäfen anfliegen. Ab sofort dürfen Passagiere US-Boden ohne Visum nicht mehr betreten. Die Entscheidung soll nach 60 Tagen überprüft werden. (APA/red)

3.8.2003 08:10