Saddam-Tochter Raghad: "Mein Vater wurde durch Verrat gestürzt"
- Auf neuem Band verflucht Saddam Hussein seine "Verräter"
- Suche mit Phantom-Bildern: Diktator als alter Mann, mit Vollbart, ohne Bart...
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Die älteste Tochter von Saddam Hussein hat Verrat durch seine engsten Berater für den Sturz ihres Vaters verantwortlich gemacht. Indessen ist wieder ein Tonband des Ex-Diktators aufgetaucht: Darin verflucht er "Agenten und Verräter". Die Army jagt ihn mit Fahndungs-Fotos! Die digital veränderten Bilder zeigen Hussein als grauhaarigen Mann, mit Vollbart, ohne Schnurrbart...
"Es war ein großer Schock", sagte die 36-jährige Raghad am Freitag dem Sender El Arabija. "Es ist klar, dass es unglücklicherweise die Leute waren, denen er absolut vertraut hatte." Der Sturz ihres Vaters und die Einnahme Bagdads beruhten auf Verrat.
"Wenn jemand dich nicht mag, sollte er dich trotzdem nicht verraten. Verrat ist nicht ein Wesenszug der Araber", sagte Raghad. Sie trug als Zeichen der Trauer schwarze Kleidung und einen weißen Schleier. Raghad, ihre 34-jährige Schwester Rana und die insgesamt neun Kinder der beiden haben nach dem Irak-Krieg Asyl in Jordanien erhalten. Ihre Ehemänner hatte Saddam töten lassen.
Neues Tonband: "Fluch über die Verräter"
Der entmachtete Staatschef Saddam Hussein hat die irakische Bevölkerung offenbar erneut aus dem Untergrund zum Widerstand gegen die Besatzungsmächte aufgerufen. Jeder, der mit den Okkupationstruppen kollaboriere, sei ein "Agent und Verräter", hieß es in einer am Freitag vom arabischen Fernsehsender "Al Jazeera" ausgestrahlten Tonbandaufzeichnung.
Die Stimme auf dem Band glich der des verschwundenen Diktators. In der mehrminütigen Ansprache warf sie den Amerikanern und deren Verbündeten vor, die Reichtümer des Landes auszuplündern. Die Saddam zugeschriebene Stimme nannte als Datum für die Aufzeichnung den 27. Juli.
Saddam-Fotos
Nach den Spielkarten mit den Porträts der meistgesuchten Iraker haben die USA jetzt digital manipulierte Fotos von Hussein an die Soldaten verteilt. Es soll sechs verschiedene Bilder geben. Sie sollen zeigen, wie der Diktator sein Aussehen verändert haben könnte: Ein Foto zeigt ihn ohne seinen typischen Schnurrbart, ein anderes als grauhaarigen Mann, da die USA davon ausgehe, dass er sein Haar immer dunkel gefärbt hatte und dies auf der Flucht nicht mehr machen könne. Auf einer anderen Fotomontage sei Saddam mit langem Bart zu sehen.
Kampf gegen Army trägt El Kaida-Handschrift
Unterdessen präsentierten die USA neue Erkenntnisse zum Widerstand gegen die US-Truppen im Irak. Laut US-Oberbefehlshaber Sanchez tragen die eingesetzten Guerilla-Techniken die Handschrift des Terrornetzwerks El Kaida. Auch die islamistische Kurdengruppe Ansar el Islam ist offenbar weiter im Irak aktiv.
Mitte Juli hatte die US-Armee elf mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder im Irak festgenommen. Davor hatte sich eine bisher unbekannte Al- Kaida-Zelle zu Angriffen gegen die US-Armee bekannt. Seit dem Ende der Hauptkampfhandlungen im Irak sind bei Angriffen auf US-Truppen mindestens 52 Soldaten ums Leben gekommen. (APA/red)
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