Peru beantragt Auslieferung Fujimoris von Japan
- Früherer peruanischer Präsident floh 2000 nach Asien
- Fujimori ist in Peru wegen zahlreicher Verbrechen angeklagt
Peru hat Japan am Donnerstag offiziell um Auslieferung des früheren peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori gebeten. Fujimori war im November 2000 nach Japan geflohen, als seine von Skandalen geschüttelte Regierung zusammenbrach. Fujimori ist in Peru wegen zahlreicher Verbrechen angeklagt, darunter Mord, Unterschlagung und Landesverrat.
Nach Angaben der peruanischen Botschaft in Tokio übergab Botschafter Luis Macchiavello den 700 Seiten starken Auslieferungsantrag an das Außenministerium in Tokio. Der Antrag bezieht sich nur auf die Anklage wegen Mordes. Darin wird Fujimori mit mehreren Morden der Todesschwadron mit dem Namen Colina Gruppe in Verbindung gebracht. Die Gruppe soll 1991 15 Personen massakriert und im Jahr darauf neun Studenten und einen Professor der Universität La Cantuta entführt und umgebracht haben. Der geflohene Ex-Präsident wies bislang alle gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zurück.
Ein Mitarbeiter des japanischen Außenministeriums bestätigte den Eingang des Auslieferungsantrags. Es sei jedoch zu früh, um über eine Entscheidung der Regierung in Tokio zu spekulieren, hieß es. Fujimori ist der Sohn japanischer Einwanderer und erhielt nach seiner Flucht aus Peru die japanische Staatsbürgerschaft. Tokio lehnte seine Auslieferung mit dem Verweis auf seine Staatsbürgerschaft ab.
Nach Angaben peruanischer Regierungsbeamter wird Fujimori in dem Auslieferungsantrag unter anderem vorgeworfen, die Todesschwadron autorisiert zu haben. Sie unterstützte ihn im Kampf gegen einen Guerilla-Aufstand in den 80er- und zu Beginn der 90er Jahre. Seit März steht der frühere Regierungschef auch auf der Interpol-Liste der meistgesuchten Menschen. (apa)
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