Polit-Eiszeit beendet! Israel schickt Botschafter für Wien
- Tauwetter nach 3,5 Jahren 'Boykott'
- Kommentar von FP-Chef Haupt: "Willkommen in der Normalität!"
·Polit-Reaktion
Haupt: 'Willkommen in der Normalität'
Die Polit-Eiszeit ist beendet! Nach dreieinhalb Jahren Boykott wird Israel seine Beziehungen zu Österreich normalisieren. Und wieder einen Botschafter für Wien ernennen. Dies erklärte der Außenminister Shalom am Dienstag in Jerusalem. Der Erklärung ging ein Arbeitsgespräch mit Außenministerin Ferrero-Waldner voraus. Österreichs Politiker reagierten alle erfreut. FPÖ-Chef Haupt meinte etwa: "Willkommen in der Normalität!"
Israel wird seine diplomatischen Beziehungen zu Österreich normalisieren und nach dreieinhalb Jahren wieder einen Botschafter für Wien ernennen. Das erklärte Außenminister Shalom am Dienstag in Jerusalem nach einem Arbeitsgespräch mit seiner österreichischen Amtskollegin Ferrero-Waldner. Von israelischer Seite war zu erfahren, dass derzeit aber noch kein neuer Botschafter nominiert ist.
Shalom fand bei einem gemeinsamen Pressetermin mit Ferrero-Waldner nach dem Treffen lobende Worte für die Regierung von Bundeskanzler Schüssel und hob insbesondere die Entschädigung für Opfer des Nationalsozialismus hervor. In Österreich begrüßten zahlreiche Politiker und Personen des öffentlichen Lebens die israelische Entscheidung.
Ferrero-Waldner betonte, dass Österreich sich der Verantwortung stelle, die aus der tragischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und "den horrenden Verbrechen des Nazi-Regimes" erwachse. Die Außenministerin räumte ein, dass Österreich möglicherweise zu lange Zeit gehofft habe, die Geister der Vergangenheit verschwänden von alleine. Das moderne Österreich sei sich aber der Mitverantwortung vieler Österreicher für die Tragödie des Holocaust bewusst.
Die israelische Regierung hatte nach dem Regierungseintritt der Freiheitlichen Partei im Jahr 2000 seinen Botschafter aus Wien abgezogen und die diplomatischen Vertretung herabgestuft. Österreich verzichtete auf Gegenmaßnahmen und beließ seinen Botschafter in Tel Aviv.
Ferrero-Waldner war am Dienstag zu einem eintägigen Arbeitsbesuch nach Israel gereist. Die Ministerin wurde auch von Staatspräsident Moshe Katzav empfangen. Zuvor hatte sie in der "Halle der Erinnerung" des Holocaust-Mahnmals Yad Vashem einen Kranz zum Gedenken an die Opfer der Nazi-Verbrechen niedergelegt. (apa)
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