Dienstag, 29. Juli 2003

Lösegeld für Sahara-Geiseln: Verschlepper wollen 4,6 Mio. €

  • Video aufgetaucht: Es dürfte den Geiseln gut gehen
  • Briefe der Geiseln beschreiben Tod der 45-Jährigen: Sie starb an Erschöpfung!

Die Entführer der in der Sahara verschleppten Touristen haben nach TV-Angaben eine Lösegeldforderung gestellt. Sie forderten für jede ihrer 14 Geiseln je 4,6 Millionen Euro Lösegeld, berichtete der TV-Korrespondent Mark Kohlbecher am Freitag unter Berufung auf Diplomaten in Bamako. In Briefen, die die Entführer den Unterhändlern von den Geiseln übergaben, sei auch der Tod der 45-jähriogen Frau geschildert worden: Sie sei an Erschöpfung gestorben, hieß es

Insgesamt wollen die Entführer demnach 64,4 Millionen Euro Lösegeld für ihre Geiseln. Von wem konkret die Verschlepper das Geld einfordern wollen, ist vorerst unklar. Die Entführer hätten den Unterhändlern Briefe der Geiseln übergeben, in denen diese auch den Tod einer 45-jährigen deutschen Mitgefangenen schilderten, berichtete der n-tv-Reporter. Demnach sei die Deutsche an Erschöpfung gestorben. Trotz der laufenden Verhandlungen mit den Geiselnehmern sei nicht mit einem baldigen Ende des Geiseldramas zu rechnen, berichtete der Sender unter Berufung auf Diplomaten.

Video von Sahara-Geiseln aufgetaucht
Laut dem deutschen Fernsehsender ARD ginge es allen Entführten offenbar gut. Dies gehe aus einem Video hervor, das den deutschen Behörden in den vergangenen Tagen zugespielt worden war.

Nach dem Tod der ersten deutschen Sahara-Geisel haben die übrigen Verschleppten die Strapazen ihrer zwangsweisen Verlegung von Algerien nach Mali bisher offenbar gut überstanden. Wie das ARD-Hauptstadtstudio am Donnerstag berichtete, ergibt sich das aus einem Video der Entführer, das den deutschen Sicherheitsbehörden in den vergangenen Tagen aus Mali übermittelt worden sei.

Auf dem Video seien alle 14 noch lebenden Geiseln, darunter neun Deutsche, vier Schweizer und ein Niederländer, zu sehen. Sie kämen alle zu Wort und grüßten ihre Angehörigen. Auf dem Video ist, wie das ARD-Studio berichtet, auch ein Datum der letzten Tage zu sehen. Die Sicherheitsbehörden gingen deshalb davon aus, dass es nach der Ankunft der Geiseln in Mali entstanden sei.

Nach ARD-Informationen befinden sich die Kontakte zwischen den deutschen Stellen und den Entführern in einer "sehr aktiven Phase". Eine baldige Freilassung der Geiseln sei aber derzeit noch nicht in Sicht. (APA/red)

29.7.2003 12:29