Philippinen: Vertrauter von Expräsident verhaftet
- Waffen und Munition wurden in dessen Haus gefunden
- Außerdem Ermittlungen gegen oppositionellen Senator
Nach der Meuterei von rund 300 philippinischen Soldaten ist am Montag ein enger Vertrauter von Expräsident Estrada festgenommen worden. In dessen Haus nahe Manila seien Waffen, Munition und rote Armbinden gefunden worden, wie sie die Aufständischen benutzt hätten, teilte die Polizei mit. Präsidentin Arroyo bereitete sich indes auf ihre Rede zur Lage der Nation vor, die sie am Montag hält.
Der festgenommene Ramon Cardenas war Mitglied im Kabinett des vor zweieinhalb Jahren zurückgetretenen Estrada. Dieser steht derzeit vor Gericht, weil er sich während seiner Amtszeit um vier Milliarden Pesos (rund 65 Millionen Euro) bereichert haben soll. Estradas Anwälte bestritten am Montag, dass ihr Mandant etwas mit dem Aufstand am Wochenende zu tun hatte.
Ferner wird unter anderem gegen den oppositionellen Senator Honasan ermittelt, der in den 80er Jahren bereits sieben Umsturzversuche anführte, teilte Innenminister Lina am Montag mit. Honasans Verwicklung in die Meuterei sei "glasklar". Die Ermittler seien nur noch dabei, mehr Beweise gegen ihn zu sammeln, bevor die Anschuldigung formell erhoben werden könne. Lina betonte, vor allem die Rücktrittsforderung der Soldaten an Arroyo zeige den politischen Hintergrund der Aktion.
Arroyo bezeichnete das Ende der Meuterei als "Triumph für die Demokratie". Die nationale Sicherheit und politische Stabilität seien in keiner Weise beeinträchtigt. Es wurde erwartet, dass die Präsidentin in ihrer Rede bekräftigt, weiterhin die volle Kontrolle über das Land zu haben. (apa)
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