Sonntag, 3. August 2003

FPÖ-Präsidentschaftskandidat nicht ausgeschlossen

  • FORMAT: Haupt fordert Haider zu Zurückhaltung auf!

Vizekanzler Haupt schließt einen Kandidaten der FPÖ für die Bundespräsidentenwahl 2004 nicht aus. Solche Überlegungen würden "davon abhängig sein, wer als Kandidat jeweils von den beiden Großparteien aufgestellt wird", sagte er gegenüber den Niederösterreichischen Nachrichten. Dass die Landtagswahlen in Tirol und Oberösterreich die Regierungskoalition zum Bruch bringen könnten, glaubt er nicht.

"Es ist schon eher möglich, dass die Ungeduld mancher Großkoalitionäre innerhalb der Österreichischen Volkspartei für Unruhe sorgen wird", sagte der FP-Chef im NÖN-Gespräch. "Aber das ist keine Angelegenheit der FPÖ, sondern eine Angelegenheit, die es innerhalb der ÖVP immer schon gegeben hat." Die Entscheidung werde eher sein, "ob der (SP-Vorsitzende, Anm.) Alfred Gusenbauer den Herbst überlebt. Und wenn er ihn nicht überlebt, dann wird sich die Frage stellen, ob unter einem neuen sozialdemokratischen Obmann nicht unter Umständen (Landeshauptmann Erwin, Anm.) Pröll mit der Frage der großen Koalition hier von außen die Regierung zur Veränderung bringt".

"Nur einen Zählkandidaten ins Rennen zu schicken, ist nicht sehr sinnvoll", sagte Haupt im Hinblick auf die Bundespräsidentenwahl. Wenn aber "der Kandidat der Sozialdemokratie, der offensichtlich mit Heinz Fischer schon mit hoher Wahrscheinlichkeit feststehen dürfte, oder der Kandidat der ÖVP oder die Kandidatin nicht unseren Vorstellungen entsprechen, werden wir trotz Finanzknappheit einen eigenen Weg gehen". Die FPÖ habe "durchaus Persönlichkeiten, denen wir zutrauen, auch ein gleiches Wahlergebnis nach Hause zu bringen wie seinerzeit Botschafter Willfried Gredler (Bundespräsidentenwahl 1980, Anm.) mit einer Million Wähler nach Hause gebracht hat", betonte Haupt. (APA)

3.8.2003 14:31