Sonntag, 3. August 2003

Ein Jahr nach der Flut: Opfer bekamen bisher 900 Mio. Euro

  • Noch immer keine endgültige Bilanz; mindestens 2,25 Mrd. € Schaden
  • PLUS: Chronologie und die BILDER der Flut in Mitteleuropa!

Ein Jahr ist es her, als der große Regen kam: Anfang August 2002 brachte ein Adria-Tiefdruckgebiet flächendeckende Regengüsse nach Mitteleuropa. Die Folge war eine Jahrhundertflut, deren endgültige Bilanz immer noch nicht vorliegt. Allein in Österreich ist ein Schaden von mindestens 2,25 Milliarden Euro zu beklagen, acht Menschen kamen ums Leben. Bisher wurden an die Opfer 900 Mio. euro ausbezahlt. News.at blickt zurück: Im Kasten rechts finden Sie die Bilder der Katastrophe in Österreich und Deutschland sowie die detaillierte Chronologie!

Ein Jahr nach dem "Jahrhunderthochwasser" liegt noch kein endgültiges Bild über das Gesamtausmaß der Schäden vor. Sicher ist jedoch: Die direkten - für Haus, Hof und Landwirtschaft - und indirekten Folgen - Produktionsausfälle und Wertschöpfungsverluste in der heimischen Wirtschaft - liegen jenseits der Drei-Milliarden-Euro-Marke. Das Österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) arbeiten weiter an einer Gesamtauswertung, die bis zum Herbst fertig gestellt werden soll.

Die weitflächigen Überflutungen haben nach vorliegenden Angaben Schäden von 2,25 Milliarden Euro angerichtet. Dazu kommen die angesprochenen Wertschöpfungsverluste im Ausmaß von rund 180 Millionen Euro. Darüber hinaus sind die in Konsequenz des Hochwassers mittel- und langfristig notwendigen Schutzmaßnahmen in den betroffenen Gebieten mit etwa 625 Millionen Euro zu beziffern. Die Schäden für Private und Unternehmen werden vom Wifo mit 1,4 Milliarden Euro, für die Land- und Forstwirtschaft mit 70, jene an Infrastruktur mit 570, im Bereich der Schutzwasserwirtschaft mit 130, an Bundesvermögen mit 30 sowie "bei diversen anderen" (z.B. ÖBB) mit 50 Millionen Euro beziffert.

Die Katastrophe verlangte auch den Zehntausenden Betroffenen und Helfern das Letzte an Einsatz und Kraft ab. Stellvertretend für alle wurden im Mai drei Freiwillige mit dem österreichischen Bundesehrenzeichen ausgezeichnet. Sylvia Schiedlbauer vom Roten Kreuz Niederösterreich hatte den Hilfseinsatz in ihrer Heimatgemeinde Gars am Kamp organisiert. Der Vizebürgermeister von Katsdorf im Bezirk Perg in Oberösterreich, Johann Peterseil, wurde für sein Organisationstalent gewürdigt. Peterseil schaffte es u.a. innerhalb kürzester Zeit, Ersatz für verloren gegangenes Tierfutter heran zu schaffen. Der stellvertretende Feuerwehrkommandant von Salzburg, Anton Brandauer, war bei den Überschwemmungen Einsatzleiter für das Land und seine Heimatgemeinde Hallein. (APA/red)

3.8.2003 11:28