Donnerstag, 31. Juli 2003

Frontalangriff der Grünen auf die SPÖ

  • Rot nach Annäherung an FPÖ "nicht ernst zu nehmen"
  • Pilz hat Gusenbauer "überschätzt" und ist "tief enttäuscht"

Massive Kritik an der Annäherungspolitik der SPÖ an die Freiheitlichen üben nun die Grünen. "In diesem Zustand ist die SPÖ derzeit wirklich nicht ernst zu nehmen", meint der Grün-Mandatar Pilz im "Standard". Die SPÖ verfalle in einen dummen Populismus mit dem man die politische Wende nicht vorbereiten könne, ist sich Pilz sicher.

Für Pilz hat SPÖ-Chef Gusenbauer eine "politische Schamgrenze" durchbrochen. Gusenbauer habe "das Dümmste, das in der Innenpolitik in den letzten Jahren passiert ist", zu verantworten, da er die "schon am Boden liegende FPÖ wieder hoffähig gemacht hat". Er sei "tief enttäuscht" und habe Gusenbauer überschätzt, weil dieser die SPÖ zu einem Dollhaus gemacht habe. "Am liebsten hätte er drei Schlafzimmer für drei Affären. Das alles ist schon unsittlich", so Pilz.

Lange Zeit habe die SPÖ mit den Grünen durchaus eine gemeinsame sachliche Basis gehabt. Diese sieht Pilz nun schwinden: "Die jüngste Entwicklung in der SPÖ wirkt sich natürlich auf unsere Beziehungen zur SPÖ fundamental aus. (...) Die SPÖ ist um nichts verlässlicher, um nichts grundsatztreuer als die ÖVP". (APA/red)

31.7.2003 17:45