Mittwoch, 30. Juli 2003

Kriminalität: Mehr Verbrechen bei weniger Aufklärung

  • In Österreich wurden 2002 591.584 strafbare Handlungen begangen
  • Im Jahresvergleich stieg die Verbrechensrate um 13,2 %

591.584 strafbare Handlungen sind 2002 in Österreich begangenen worden, das entspricht im Vergleich zum Jahr davor einer Steigerung von 13,2 Prozent (2001: 522.710). Zieht man die Delikte im Straßenverkehr ab, kommt man auf einen Anstieg von 14 Prozent. Zugleich ist die Aufklärungsquote von 41,7 auf 40,8 Prozent geunken.

Diese Zahlen gehen aus dem Sicherheitsbericht hervor, der nach seiner Präsentation durch Innenminister Strasser im Juni nun auch dem Parlament vorgelegt wurde. Die signifikanteste Veränderung gab es in Wien (17,5 bzw. 18 Prozent Steigerung). Insgesamt (inklusive Delikte im Straßenverkehr) wurden in ganz Österreich 206.203 Tatverdächtige ermittelt (23.047 Verbrechen und 183.156 Vergehen), 21.561 davon waren unter 18 Jahre alt.

"Verwandtentrick"
Seit Anfang 2002 wurde das verstärkte Auftreten von Gruppen festgestellt, die mit dem "Verwandtentrick" operieren. Ältere Personen werden telefonisch kontaktiert, unter der Vortäuschung, ein Verwandter zu sein und Geld ausborgen zu wollen, werden Trickdiebstähle oder -betrügereien begangen.

22.422 Anzeigen nach Suchmittelgesetz
2002 wurden in Österreich insgesamt 22.422 Anzeigen (2001: 21.862) nach dem Suchtmittelgesetz erstattet. Ein Anstieg war dabei im Burgenland (+13,06 Prozent), in Niederösterreich (+11,56 Prozent), Oberösterreich (+14,08 Prozent) und der Steiermark zu verzeichnen, während in Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Wien ein Rückgang der Anzeigen registriert wurde.

Geldwäscher und Schlepper
Die Geldwäschemeldestelle erhielt im Berichtsjahr 215 Verdachtsmeldungen von österreichischen Finanz- und Kreditinstituten. Österreichweit wurden 2002 Fälschungen von insgesamt 5.068 Euro-Banknoten verzeichnet. 20.439 Schlepper-Aufgriffe entsprechen einem Rückgang um 132 Amtshandlungen. (apa)

30.7.2003 11:55