Dienstag, 22. Juli 2003

tele.ring prüft Verfassungsklage gegen die Republik

  • Ist gegen Zulassung von Netzbetreibern ohne Mobilfunklizenz
  • Rufnummernportabilität soll mehr Geschäftskunden bringen

tele.ring prüft derzeit eine Verfassungsklage gegen die Republik Österreich. Der Grund: Im neuen Telekomgesetz, das voraussichtlich im August in Kraft tritt, sind so genannte virtuellen Netzbetreiber (MVNO) zugelassen, die Handydienste ohne eigene Mobilfunklizenz und entsprechende Lizenzauflagen anbieten können. "Das ist unfair, denn die bisherigen Betreiber haben einen schweren Rucksack mit strengen Auflagen zu tragen", betonte tele.ring-Geschäftsführer Hubertus Hofkirchner.

Durch die Streichung des Paragraphen 20, der bisher einen Lizenzbedarf für Mobilfunkanbieter vorsah, würden drei Klassen von Betreibern geschaffen, meint Hofkirchner. Zum einen die MVNO, die jetzt loslegen könnten, zum zweiten die durch ihren frühen Start bevorzugten alten Betreiber und zum dritten die jungen Betreiber, zu denen tele.ring zähle und die durch das neue Telekomgesetz "besonders geschädigt" würden.

Hoffen auf Rufnummernportabilität
Im österreichischen Mobilfunkmarkt ortet Hofkirchner derzeit ein "konsistentes Bild", die nächste große Veränderung werde es erst mit der Einführung der mobilen Rufnummernportabilität geben, die eine Mitnahme der Handynummer inklusive Vorwahl bei einem Betreiberwechsel erlaubt. tele.ring hofft dabei vor allem auf zusätzliches Geschäft mit Geschäftskunden, die stark an ihre Telefonnummer gebunden sind und daher bisher kaum den Betreiber wechselten.

MMS und GPRS als nächste große Themen
Als große Themen der nächsten Monate sieht tele.ring die Foto-Text-Mitteilungen MMS (Multi Media Messaging) und die mobile Internet-Technologie GPRS (General Packet Switched Radio. In zwei bis drei Jahren würden laut tele.ring alle Handys GPRS- und MMS-fähig sein. Im tele.ring-Netz würden derzeit täglich 700 MMS verschickt, bei den SMS seien es zwischen 400.000 bis 500.000.

Die dritte Mobilfunkgeneration UMTS hingegen werde frühestens 2005 oder 2006 ein Thema werden, zumal viele große internationale Betreiber UMTS zuletzt zeitlich zurückgestuft hätten, so Hofkirchner. (apa/red)

22.7.2003 09:28