EU-Kommissar Fischler verteidigte EU-Agrarreform
- "Wir haben Reform vorgeschlagen, weil wir Planungssicherheit wollten"
- Landwirten soll "kalkulierbare Größe" zur Verfügung gestellt werden

Im Rahmen einer so genannten Schmankerl-Tour durch die Steiermark verteidigte EU-Agrarkommissar Fischler am Samstag in Graz sein Reformpaket für die Gemeinsame Agrarpolitik der EU. "Wir haben die Reform vorgeschlagen, weil wir mehr Planungssicherheit wollten", betonte der Kommissar. Es sei das erste Mal in der Geschichte der Gemeinschaft, dass ein Planungsrahmen über zehn Jahre laufe.
Darüber hinaus sei das Reformpaket "ein wesentlicher Beitrag zur Stabilisierung der bäuerlichen Einkommen", zumal das Förderniveau betreffend Finanzierung, Inhalt und internationaler Dimension "außer Streit gestellt" sei, so Fischler. Es mache Sinn, wenn ein Landwirt eine "kalkulierbare Größe" zur Verfügung gestellt bekommt.
Fischler verteidigte den EU-Kurs in so fern, dass sich in einem schlechten Jahr die Einkommenssituation bei nur produktionsbezogenen Förderungen sehr verschärfen würde.
Streitpunkt "Entkoppelung"
Nach wie vor auf Skepsis stößt das "Herzstück" der Reform, die Entkoppelung - eine von der Zahl der Rinder oder der Getreideflächen abgekoppelte Zahlung. Das Ergebnis einer Studie zeigte aber, dass "bei entkoppelten Systemen der Landwirt am Ende des Tages mehr Geld in der Tasche" habe als früher. "Nur mit Hilfe der Enkoppelung wird sich die Förderungssituation verbessern", so der Kommissar.
Im Bezug auf das GVO-Moratorium (Gentechnisch veränderte Organismen/GVO) meinte Fischler, dass es dafür "keine Basis" mehr gebe. Der Konsument habe durch die Kennzeichnungsvorschriften die Auswahl zwischen traditionellen, Bio- oder GVO-Lebensmitteln. Es könne selbst entschieden werden, ob GVO-Produkte gekauft werden oder nicht. "Es gibt nicht den Abkürzungsweg, dass wir das Problem lösen, indem wir es verbieten" betonte der Kommissar. (apa)
Cannes21:21
Zweite Goldene PalmeMichael Haneke gewinnt mit "Amour" den Hauptpreis bei den Filmfestspielen
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben

