Streit um ÖBB: Gewerkschaft droht mit Überstunden-Verweigerung
- Bei "Dienst nach Vorschrift" würde gesamter Zugverkehr innerhalb von sechs Tagen erlahmen
- Zeitpunkt der Aktion noch unklar
·ÖBB-Reform
12.000 Mitarbeiter werden abgebaut
·Pensionsreform
Expertengespräche nähern sich Ende
Die Eisenbahner-Gewerkschaft will sich gegen die Pläne der Regierung bei der ÖBB-Reform mit aller Macht zur Wehr setzen. Zwar sei diesmal kein Streik geplant, die Arbeitnehmer würden aber aufgefordert, keine Überstunden mehr zu leisten, erklärte Gewerkschafts-Chef Wilhelm Haberzettl.
Seiner Einschätzung nach würde mit solch einer Maßnahme innerhalb von sechs Tagen der gesamte Zugverkehr erlahmen. Schließlich würden bei den ÖBB jährlich 6,3 Millionen an Überstunden geleistet.
Wann diese Aktionen beginnen werden, ließ Haberzettl aus strategischen Gründen offen. Es werde aber vor dem Beschluss der ÖBB-Reform sein, erklärte der oberste Eisenbahn-Gewerkschafter. Auf die Nachfrage, ob dies September, Oktober sein könnte, meinte Haberzettl: "Möglich". Die Dauer der geplanten Überstundenverweigerung wäre jedenfalls "an und für sich unbegrenzt".
Verärgert zeigte sich Haberzettl vor allem über den von Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka (V) angekündigten Personal-Abbau (12.000 Mitarbeiter), der unter anderem auch über Frühpensionierungen erfolgen soll. Gestern werde solch eine Vorgangsweise kriminalisiert, heute wollen man sie institutionalisieren, spielte der Gewerkschaftschef auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bezüglich der massiven Frühpensionsantritte bei ÖBB, Post und Telekom an. Seine Conclusio: "Das ist ja schwachsinnig". (apa)
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