Weißgrüne Gschichten: Magna-Einstieg bei Voest durch Hintertür?
- VP-Landesrat Paierl plant steirische Industrieholding mit Frank Stronach
- Masterplan läuft unter dem Titel "White & Green Technologie AG"
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Der steirische VP-Landesrat Herbert Paierl plant eine steirische Industrieholding - unter Beteiligung von Frank Stronach. Sein Gegner: Estag-Vorstand und Parteifreund Gerhard Hirschmann.
Um den steirischen Stromversorger Energie Steiermark Holding AG (Estag) tobt ein brutaler Kampf über die künftige Ausrichtung der Geschäfte. Die Kontrahenten: Der erst Anfang April aus der Landesregierung in den Estag-Vorstand gewechselte Ex-ÖVP-Landesrat Gerhard Hirschmann deckte ein umstrittenes Beteiligungsnetzwerk des Stromversorgers auf - die Estag beteiligt sich seit Jahren an branchenfremden Unternehmen, die einer Hand voll befreundeter Geschäftspartner gehören. Deren großer Förderer: Hirschmanns Ex-Kollege und Parteifreund, der ÖVP-Wirtschaftslandesrat Herbert Paierl.
"White & Green Technologie AG"
Der Fight um die Estag ist allerdings nur ein Teil einer viel diskreter ausgetragenen Auseinandersetzung mit weit reichenden Auswirkungen auf die steirische Wirtschaft. Ursprünglich unter dem Codenamen Stewifit konzipiert, firmiert der von Wirtschaftslandesrat Paierl betriebene und FORMAT vorliegende Masterplan nun unter dem Titel "White & Green Technologie AG - Eine steiermärkische Initiative".
Inhalt des in nur wenigen Exemplaren zirkulierenden 17-Seiten-Papiers: die Schaffung einer mächtigen Steiermark-Holding, also einer Art weißgrüner ÖIAG. Der Kern des Konzepts: Steirische Investoren beteiligen sich an einer Holding, wobei dem Gründer des kanadischen Autozulieferriesen Magna, Frank Stronach, sowie seinem Kronprinzen Siegfried Wolf eine Schlüsselposition als Geldgeber zufallen könnte.
Paierl mit Zurückhaltung
Paierls Plan zufolge erwirbt die White & Green Unternehmen, die für die Steiermark wichtig sind - etwa die Voest Eisenbahnsysteme, die ÖIAG-Bergbauholding, die Steiermärkische Sparkasse, die Merkur Versicherung oder die eben erst gegründete Regionalfluglinie Styrian Spirit. Paierl übt sich allerdings in Zurückhaltung. Nachdem Stronachs Gelüste auf einen Einstieg bei der Voest ruchbar geworden sind, ist im Zirkel der White&Green-Proponenten der Teufel los. Denn nur bei einem Zuschlag an Magna hätten sie Zugriff auf Teile der Voest.
Paierls Erzrivale, Estag-Vorstand Gerhard Hirschmann, der "keinen Kommentar" abgibt, hat ein Ziel bereits erreicht: Der Plan, auch die Estag in die Konstruktion einzubeziehen, ist vom Tisch.
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