Freitag, 25. Juli 2003

Riesige Unterschiede bei Medikamentenpreisen

  • Bis zu 388 % Differenz zwischen Preisen in NÖ, Ungarn & Tschechien
  • Grund: Apothekerspannen in Österreich sind deutlich höher

Gewaltige Preisunterschiede bei Medikamenten von bis zu 388 Prozent haben Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) bei Recherchen in NÖ sowie den Grenzregionen in Ungarn und Tschechien erhoben. In den Nachbarstaaten seien diese deshalb billiger, weil die Apothekerspannen weniger hoch sind als in Österreich, betont AKNÖ-Präsident Josef Staudinger.

Heimische Apotheker bekommen vom Verkaufspreis 32,1 Prozent, währenddessen der EU-Schnitt bei 23,7 Prozent liegt, so Staudinger am Freitag. Bei den getesteten Produkten handelt es sich um Orginal- Markenprodukte.

"Spitzenreiter" in der Preisunterschiedstabelle ist dabei das Grippemittel "Mexalen". Während man in NÖ für eine Packung des Medikaments 2,05 Euro bezahlt, sind es in Ungarn 0,96 Euro, in Tschechien lediglich 0,42 Euro. Ergibt eine Differenz von 388 Prozent. Auch bei einer 20-Stück-Packung "Aspirin C"-Brausetabletten sind die Unterschiede gewaltig: NÖ 7,45 Euro, Ungarn 3,64 Euro, Tschechien 4,08 Euro.

Der AKNÖ-Präsident fordert nun, dass die rezeptfreien und notwendigen Medikamente von den Apotheken zu einem angemessenen Preis an die Konsumenten weitergegeben werden: "Auch wenn man berücksichtigt, dass es Lohndifferenzen zwischen Österreich, Tschechien und Ungarn gibt, ist festzuhalten, dass es sich bei allen geprüften Medikamenten um das im internationalen Handel jeweils gleiche Produkt gehandelt hat." (apa)

25.7.2003 12:34