Doch Rücktritt? VoestAlpine-Chef stellt Vertrauensfrage
- Struzl wegen angeblicher Insidergeschäfte im schiefen Licht
- Noch am Dienstag sagte er: "Ich trete natürlich nicht zurück"
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VoestAlpine-Chef Franz Struzl hat am Donnerstag in einer Presseerklärung angekündigt, dass er in einer außerordentlichen Vorstandsitzung die Vertrauensfrage stellen werde. Strutzl war zuletzt wegen angeblicher Insidergeschäften in Mißkredit geraten. Durch einen außergerichtlichen Tatausgleich - Struzl bezahlte insgesamt 300.000 Euro - ist jedoch ein Prozess verhindert worden.
Struzl am Donnerstagnachmittag in einem Kommunique: "Die Justiz hat mir zwar bescheinigt, dass ich beim Erwerb der VAE-Aktien nicht gegen Insiderregelungen verstoßen habe". Diese formalrechtliche Betrachtungsweise allein "reicht mir aber nicht aus, da in der Öffentlichkeit Meinungen geäußert wurden, ich hätte mit meiner Vorgangsweise den Ruf der voestalpine beschädigt. Die Reputation meines Unternehmens ist mir wichtiger als meine Person."
Er, Struzl, habe sich "nach reiflicher Überlegung entschlossen", den Aufsichtsratsvorsitzenden Rudolf Streicher zu bitten, den Aufsichtsrat der voestalpine AG zu einer außerordentlichen Sitzung einzuberufen, "in der ich die Vertrauensfrage stellen werde."
Struzl hatte den Vorwurf als unrichtig zurückgewiesen, er habe Kauf- oder Verkaufsentscheidungen in Konzern-Aktien auf Basis von Insider-Informationen getätigt.
Struzl bestätigte allerdings, dass die Finanzmarktaufsicht (FMA) im Jahr 2002 im Zusammenhang mit dem Ankauf von VAE-Aktien durch die voestalpine von der Vossloh AG alle Aktientransaktionen geprüft habe und "hierbei auch VAE-Aktientransaktionen durch meine Person überprüft hat".
Der Vorwurf von Insidergeschäften war im Nachrichtenmagazin "profil" erhoben worden. Demnach sei gegen Struzl im vergangenen Jahr Strafanzeige erstattet worden, so das Magazin. Laut "profil" sei durch einen außergerichtlichen Tatausgeleich (Diversion) ein Prozess verhindert worden. (APA/Red.)
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