Mittwoch, 23. Juli 2003

Augarten: Grünes Licht für vorläufige Fortführung

  • Liste der Kaufinteressenten wird fast täglich länger
  • Konsortium um Brüder Soravia agiert hingegen zurückhaltend

Die in Konkurs befindliche Wiener Porzellanmanufaktur Augarten kann vorläufig weiter produzieren. Masseverwalter Johannes Jaksch hat grünes Licht für die Fortführung gegeben, verlautete aus dem Alpenländischen Kreditorenverband geegnüber. Die Finanzierung des Fortbetriebes könne aus der Masse erfolgen, die dafür über rund 500.000 Euro verfüge.

Während die Liste der Interessenten, die Augarten haben wollen, fast täglich länger wird, zeigt sich das Konsortium um die Brüder Erwin und Hanno Soravia derzeit vorsichtig zurückhaltend. Die Frage, ob noch Interesse vorhanden sei, beantwortet Erwin Soravia mit "Jein". Durch den Konkurs sei bei Augarten viel zerstört worden.

Grundsätzlich sei Augarten betriebswirtschaftlich nicht führbar, es sei denn, es stehe eine entsprechende Struktur dahinter wie zum Beispiel das Dorotheum. Der künftige Eigentümer müsse zumindest 7 bis 10 Mio. Euro in die Hand nehmen, so Soravia: "Mit weniger tut sich dort gar nichts." An einer Bieterauktion werde man sich jedenfalls nicht beteiligen.

Zahlreiche Interessenten
Masseverwalter Jaksch will Augarten bis 25. September verkauft haben. Neben den weiteren bekannten Interessenten wie Ex-Palmers-Managerin Astrid Gilhofer, dem österreichischen Personenkomitee um die ehemalige "trend"-Journalistin Helga Tomaschtik bietet auch der Chef der Marketing AG, Georg Kolm, im Namen eines bekannten österreichischen Unternehmers mit.

Bei dem "Unbekannten" soll es sich um einen der reichsten Österreichs handeln, der auch in der Politik mitmischt oder mitgemischt hat. Die Marketing AG hat bereits vor Monaten ein Marketing-Konzept für Augarten erstellt. Abgewunken hat Hannes Androsch, nach wie vor im Rennen sein dürfte die italienische Luxusmarke Ginori.

23.7.2003 15:10