Montag, 21. Juli 2003

Banken-Personalverhandlungen - Bei Scheitern droht heißer Herbst

  • Heute tagt der Erste-Bank-Betriebsrat
  • Gewerkschaft spricht von "Kriegserklärung" durch Arbeitgeber

Die Gewerkschaften der Bankangestellten steigen wieder auf die Barrikaden: Sie kämpfen mit den Arbeitgebern um ein neues Dienstrecht. Bereits am Montag saßen die Banken-Betriebsräte in der GPA zu einem Gipfel beisammen um Ziele und Maßnahmen zu beraten. Auch heute treffen sich Betriebsräte der Erste Bank zu Gesprächen. Noch für diese Woche habe Erste Bank-Generaldirektor Andreas Treichl ein Gespräch mit dem Betriebsrat zugesagt. Sollten alle Gespräche scheitern, dann kündigten die Gewerkschaften einen "heißen Herbst" an.

Streiks schließt Günter Benischek, Konzernbetriebsratschef der Erste Bank und oberster Bankengewerkschafter in Österreich, in der jetzigen Phase noch aus, aber "nicht im Prinzip", wie er am Montagnachmittag der APA gegenüber fest hielt.

In der Erste Bank ist für Anfang September eine Betriebsversammlung geplant, bestätigte Benischek heute. Die zweitgrößte Bank Österreichs hat ihre Mitarbeiter zuletzt in internen Schreiben erstmals auf Kündigungen vorbereitet, was die Verhandlungen ums neue Dienstrecht zusätzlich überschattet hat.

Wie in einer Sondersitzung der Banken-Gewerkschafter heute Mittag in Wien fest gestellt wurde, planen die meisten Großbanken für 2003 einen Personalabbau. Kündigungen seien aber nur von der Erste Bank ins Gespräch gebracht worden.

Die Gewerkschaft will Kündigungen verhindern. Heute tagen die Betriebsräte der Erste Bank, am Mittwoch ist eine Sitzung der Abteilungs-Vertrauensleute anberaumt, um einen "breiten Informationsprozess" sicherzustellen. Noch für diese Woche habe Erste Bank-Generaldirektor Andreas Treichl ein Gespräch mit dem Betriebsrat zugesagt. Für die dritte August-Woche hatte der Erste-Vorstand von seinen Abteilungsleitern das Einlangen detaillierter Sparvorschläge eingefordert. (apa/red)

21.7.2003 20:12