Montag, 21. Juli 2003

Hitze treibt Agrarpreise in Europa nach oben

  • Österreich von Preissteigerungen noch nicht betroffen
  • In Italien drohen Ernteausfälle bis zu 40 Prozent

Die anhaltende Dürre hat europaweit dramatische Ernteeinbußen zur Folge und treibt die Preise für Obst und Gemüse in die Höhe. Besonders angespannt ist die Lage in Italien und Frankreich. Falls die Dürre noch mehrere Wochen anhält, werde es zu Ernteschäden in Milliardenhöhe kommen, warnten Experten.

In Italien könnten vor allem die Preise für Äpfel, Birnen und Zitrusfrüchte sowie für Olivenöl, Wein und Milchprodukte um bis zu 25 Prozent steigen, teilte der italienische Landwirtschaftsverband mit. Beim Obst drohen Ernteausfälle von bis zu 25 Prozent, bei Oliven von bis zu 40 Prozent. In mehreren Regionen wird schon jetzt die Milch knapp, weil die Kühe die tropischen Temperaturen als extreme Stress- Situation erlebten, berichteten Zeitungen.

In Belgien sind die Obstpreise schon in die Höhe geschnellt. In Brüssel kostete ein Kilo Kirschen mit bis zu 9 Euro deutlich mehr als sonst. Belgische Erdbeeren gingen für bis zu 6 Euro die Schale über die Ladentheke.

In Frankreich werden bis zu 30 Prozent Ernteeinbußen bei Getreide und bis zu 50 Prozent beim Mais befürchtet. Besonders zu schaffen macht den Viehzüchtern der Grasmangel, da Heu-Vorräte bereits jetzt verfüttert werden müssen. Gestiegen sind die Preise für Obst, besonders Kirschen, Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen.

In der Schweiz rechnet der Bauernverband mit Ertragsausfällen in dreistelliger Millionenhöhe. Allein der Ackerbau habe bereits Verluste von rund 300 Mio. Franken (195 Mio. Euro) erlitten, teilte der Verband mit.

In Serbien liegt die Weizenproduktion mit 1,5 Mio. Tonnen um eine Million Tonnen unter den Erwartungen. 2002 wurden 2,2 Mio. Tonnen geerntet. (APA)

21.7.2003 16:32