Montag, 21. Juli 2003

US-Konzern will "Budweiser" übernehmen: Tschechischer Betreiber fürchtet das Aus

  • Anheuser-Busch will vor allem Rechte am Traditions-Namen

'Horror-Meldung' für alle begeisterten Budweiser-Biertrinker: Der US-amerikanische Brau-Konzern Anheuser-Busch will in großem Stil bei der traditionellen tschechischen Budvar-Brauerei einsteigen. Die Brauerei befürchtet nun, dass der Betrieb eingestellt werden soll, und allein der Name "Budweiser", um den sich der US-Branchenriese mit der tschechischen Brauerei streitet, könnte überbleiben. Das Magazin "Focus" berichtete in seiner jüngsten Ausgabe, Anheuser-Busch plane noch in diesem Jahr den Einstieg bei Budvar und der deutschen Brauerei Holsten.

Die Holsten-Brauerei verwies auf den "Sachstand" der vergangenen Woche: Die Suche nach einem Partner habe begonnen, bekräftigte ein Sprecher. Zu Namen äußert sich die größte Brauerei Deutschlands nicht. Die Holsten-Gruppe mit rund 14 Mio. Hektoliter Ausstoß jährlich will mit einem neuen Partner am Konsolidierungsprozess der Branche teilhaben und in Deutschland einen Marktanteil von mindestens 20 Prozent erreichen.

Der Großaktionär und US-Investmentbanker Christian Eisenbeiss, dem exzellente Kontakte zu US-Braufamilien und insbesondere zu Anheuser-Busch nachgesagt werden, wird laut Holsten seinen kontrollierenden Einfluss - das Aktienpaket liegt bei knapp 50 Prozent - vermutlich aufgeben müssen.

Der Budvar-Sprecher verwies als Grund für seine Befürchtungen auf den Fall der Brauerei Budweiser Dubois in St. Louis. Diese habe nach der Übernahme durch Anheuser-Busch das Brauen der Marke Budweiser einstellen müssen, sagte Tolar. Die US-Brauerei habe bereits seit zehn Jahren Interesse an dem staatlichen tschechischen Unternehmen in Ceske Budejovicke (Budweis), betonte er. Mindestens ebenso lange streiten beide Unternehmen weltweit um die Nutzung der Marke Budweiser: In einigen Ländern darf nur Budvar, in anderen Ländern nur Anheuser-Busch das Bier unter diesem Namen anbieten. (apa/ red)

21.7.2003 15:43