Dienstag, 22. Juli 2003

2. BL-Runde: Mattersburg machte die Südstadt zum "Hexenkessel"

  • Tabellenführer Rapid & GAK siegen erneut, Austria schlägt Bregenz
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Emotionsgeladen wie schon lange nicht mehr ist es bei der "Grauen Maus" der Bundesliga am Mittwoch bei Admira gegen Aufsteiger Mattersburg hergegangen. Das hitzige Debüt der Burgenländer, die mit ihren mitgereisten Fans selbst die Südstadt in einen "Hexenkessel" mit 9.000 Fans verwandelten, brachte zwar keinen Sieger hervor (1:1), dafür jede Menge Kampf und Emotionen.

An der Tabellenspitze haben Rapid Wien und der GAK ihre "Weißen Westen" verteidigt. Während dieses Duo beim Maximum von sechs Zählern hält, haben Salzburg (1:2 gegen Rapid) und Pasching (1:2 gegen GAK) mit der zweiten Niederlage en suite einen klassischen Fehlstart hingelegt.

"Rote Karte" für Gregogoritsch
Mattersburg-Coach Werner Gregoritsch ging punkto Einsatzfreude beim Oberhaus-Debüt mit "gutem Beispiel" voran. Nach knapp 90 Minuten am Rande der Outlinie, Emotionen und Adrenalin pur hatte jedoch Schiri Sowa genug und verbannte den mit Mattersburg-Schal ausgestatteten Herzblut-Trainer auf die Tribüne. Der verstand jedoch die Welt nicht mehr: "Ich habe nur meinen Job erledigt. Ich wurde wie ein kleiner Bub behandelt."

Den folgenden Worten des sichtlich erschöpften Gregoritsch nach Schlusspfiff ist aber auf jeden Fall nichts entgegenzusetzen: "Wie haben bewiesen, dass wir sowohl sportlich als auch punkto Fans eine Bereicherung für die Bundesliga sind.

Grün-Weiß ist wieder Modefarbe
Ein echter Farbtupfer für die Liga ist derzeit auch wieder Rapid. Die Hütteldorfer legten den erfolgreichsten Saisonstart seit dem Spieljahr 2000/2001 hin, damals gelangen Grün-Weiß gleich drei Siege in Folge, ehe die Serie mit einem 1:1 in Bregenz gestoppt worden war. "Ich bin sehr erfreut, wie diese Mannschaft Fußball spielt. Das macht Freude. Niemand traut uns etwas zu, das ist unsere Stärke." Ein Deja-vu erlebt hingegen derzeit Salzburg. Vor einem Jahr startete man ähnlich mies, damals hatte es zum Auftakt sogar vier Pleiten gesetzt.

"Wir haben kämpferisch begonnen. Der Knackpunkt war aber, dass uns kein schnelles Tor gelungen ist. Rapid hat unsere Fehler ausgenützt", analysierte Salzburg-Coach Lars Söndergaard, der die Tugenden aus dem Frühjahr herbeisehnt.

Salzburg-Fans attackierten Spielerbus
Obwohl Helge Payer eine Nasenbein-Prellung und Hautabschürfungen von den Wurfgeschossen aus dem Salzburg-Sektor erlitten hatte, und der Spielerbus mit Steinen beworfen worden war, verzichtet der SK Rapid auf eine Anzeige bei der Bundesliga. "Wir glauben, dass die österreichischen Vereine ihr Geld in die Jugend und in den Sport investieren sollten, nicht in Strafen", teilte Rapid-Pressesprecher Peter Klinglmüller mit. Die Exekutive nahm mehrere Personen in "Gewahrsam".

Sturm nur ein "Lüfterl"
Weiter eifrig Punkte sammeln hingegen die Kärntner, die dem 2:1-Coup gegen die Austria ein 0:0 in Graz gegen Sturm folgen ließen. Für Gress und Neo-Kapitän Mario Haas ein bisschen zu wenig. "Die erste Halbzeit haben wir total verschlafen, mit der zweiten kann man aber zufrieden sein", so Stürmer Haas, der seinem Neo-Goalie De Wilde Lob zusprach: "Er war unser ruhender Pol."

Austria diesmal meisterhaft
Erstmals richtig zufrieden durfte Austria-Coach Joachim Löw sein. "Wir waren in den Zweikämpfen mehr präsent. Alle Formationen haben gut gespielt. Man hat gesehen, dass Verlaat der Mannschaft viel Ruhe gibt", so der Deutsche, dessen Gegenüber Regi van Acker die Überlegenheit der "Veilchen" neidlos anerkannt: "Wir hatten keine Chance."

Pasching in der Krise
Im UI-Cup hui, in der Meisterschaft pfui ist hingegen das Motto beim FC Superfund, ehemals SV Pasching. "Klar muss man von einer kleinen Krise sprechen", befand auch Coach Georg Zellhofer. Walter Schachner genießt hingegen weiterhin die Früchte seiner erfolgreichen Arbeit: "Wir haben mehr fürs Spiel getan und aufopfernd gearbeitet." (apa/red)

22.7.2003 14:35