Schwimmen: Phelps demolierte im WM-Finale eigenen Lagen-Weltrekord
- US-Jungstar erfolgreichster Teilnehmer in Barcelona
- Insgesamt 14 Welt- und sieben Europarekorde
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Reaktionen des Schwimm-Lagers
·Lagen-Staffel
Thorpe & Co bei WM disqualifiziert
Der US-Amerikaner Michael Phelps ist der erfolgreichste Schwimmer der 10. Weltmeisterschaften in Barcelona. Der 18-Jährige sicherte sich am Sonntag bei zwei Silber-Medaillen seinen dritten Titel und stellte dabei über 400 m Lagen seinen fünften Weltrekord bei diesen Titelkämpfen auf. In Weltrekordzeit gewann auch der Deutsche Thomas Rupprath im Rücken-Sprint und die US-Lagen-Staffel der Herren. Gold ging am Finaltag ansonsten an Australien, China, die Niederlande und die Ukraine.
Phelps hatte auf einen Start in der gut eine halbe Stunde später stattfindenden Staffel verzichtet, um sich ganz auf den Solo-Auftritt konzentrieren zu können. Der dreifache Weltrekordhalter steigerte ab Halbzeit des Rennens den Vorsprung auf die eigenen, heuer am 6. April in Indianapolis aufgestellten Weltrekord-Durchgangszeiten und verbesserte die 4:10,73 Minuten auf 4:09,09. 1,64 Sekunden bedeuten die größte Verbesserung eines Einzel-Weltrekords seit Anfang der Siebziger durch den siebenfachen US-Olympia-Sieger Mark Spitz.
Sensationell schwammen auch die übrigen Medaillen-Gewinner. Der Ungar Laszlo Cseh blieb in 4:10,79 nicht nur sechs Hundertstel über der alten Phelps-Marke, sondern aktualisierte auch den vom 8. Jänner 1991 datierenden Europarekord des Ungarn Tamas Darnyi um nicht weniger als 1,57 Sekunden. Der Tunesier Oussama Mellouli holte völlig unerwartet die erste Medaille Tunesiens in der Schwimm-WM-Geschichte.
US-Lagen-Staffel
Für eine noch größere Weltrekord-Verbesserung sorgte die Lagen-Staffel der USA, indem sie ihre eigene knapp zehn Monate alte Bestleistung gleich um 1,94 Sekunden auf 3:31,54 Minuten drückte. Das Gold-Quartett wurde von Aaron Peirsol, Brendan Hansen, Ian Crocker und Jason Lezak gebildet. Auch hier gab es einen Europarekord, Russland mit Alexander Popow verbesserte die Deutschland-Marke von Olympia in Sydney 2000 um 1,16 Sekunden auf 3:34,72. Bronze sicherten sich die Japaner.
Den ersten Weltrekord des Tages hatte Rupprath in das Becken des ausverkauften Palau Sant Jordi gelegt. Mit einem perfekten Lauf drückte er die knapp vier Jahre alte Weltbestleistung des US-Amerikaners Lenny Krayzelburg gleich um 19 Hundertstel auf 24,80 Sekunden. Seinen eigenen, ein Jahr alten Europarekord verbesserte der 26-Jährige um zwei Zehntel. Matt Welsh holte mit Silber seine dritte Medaille bei diesen Titelkämpfen, Dritter wurde überraschend der Südafrikaner Johannes Gerhardus Zandberg.
Hackett machte es seinem Landsmann Ian Thorpe nach, beide wurden in Barcelona zum dritten Mal in Folge auf einer Strecke Weltmeister. Das hatte zuvor noch niemand geschafft. Thorpe hatte das Triple über 400 m Kraul erreicht, Hackett war seit Perth 1998 über 1.500 m nicht zu besiegen. Der 23-Jährige schwamm wieder einmal ein einsames Rennen an der Spitze und schlug in 14:43,14 Minuten an. Silber ging an Igor Tscherwinskij (UKR), Bronze an Erik Vendt (USA).
Im Brust-Sprint gab es das dritte Gold für die Chinesin Luo Xuejuan. Nach ihren Erfolgen über 100 m Brust und mit der 4x100-m-Lagen-Staffel gewann die 19-Jährige in 30,67 Sekunden vor Hanson Brooke (AUS) und Weltrekordlerin Zoe Baker (GBR). Ihren zweiten Titel holte programmgemäß Inge de Bruijn. Die 29-jährige Niederländerin bewältigte die 50 m Kraul souverän, in 24,47 Sekunden ließ die 29-Jährige die Australierinnen Alice Mills und Lisbeth Lenton klar hinter sich.
Schließlich schaffte die Ukrainerin Jana Klotschkowa wie Phelps das Lagen-Double, die 400 m legte sie in 4:36,74 Minuten zurück. Eva Risztov (HUN) blieb zum dritten Mal bei dieser WM nur Silber, Beatrice Nicoleta Caslaru holte die zweite Bronze-Medaille für Rumänien.
Hinter Phelps waren bei den Herren Hackett und Ian Thorpe mit je drei Gold-, zwei Silber- und einer Bronze-Medaille ex aequo die Zweiterfolgreichsten dieser WM. Thorpe war in der Staffel nicht dabei, da die Australier im Vorlauf disqualifiziert worden waren. Popow und Peirsol gewannen jeweils drei Mal Gold und ein Mal Silber. Bei den Damen führen Hannah Stockbauer (GER) und Luo die Rangliste mit je drei Mal Gold an. Jenny Thompson (USA) hat jedoch fünf Medaillen (2/2/1).
Als FINA-Schwimmer dieser WM wurden natürlich Phelps und Stockbauer ausgezeichnet. Die Medaillen-Wertung sicherte sich wie erwartet die USA (11/12/5) vor Australien (6/10/6) und Deutschland (5/1/2). In der kombinierten Statistik mit Wasserball, Synchron-Schwimmen, Langstrecken-Schwimmen und Wasserspringen siegten ebenfalls die USA (12/13/6) vor Russland (10/5/6) und Australien (8/12/6). Die nächsten Weltmeisterschaften finden vom 17. bis 31. Juli 2005 in Montreal statt. (apa/red)
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