Sonntag, 27. Juli 2003

Gibernau holte in MotoGP vierten Saisonsieg

  • Max Biaggi von der Strecke geflogen

Mit einem dramatischen Überholmanöver in der letzten Kurve hat Sete Gibernau am Sonntag beim Motorrad-GP von Deutschland Valentino Rossi den Sieg weg geschnappt. Der spanische Honda-Pilot siegte 0,06 Sek. vor dem italienischen Weltmeister, der in der WM nur noch 29 Punkte vor Gibernau in Front liegt. Es war der bereits vierte Saisonsieg für Gibernau, der bisher mit Rossi gleichauf gelegen war.

Und ein höchst verdienter Sieg. Gibernau brauchte zwar lange, um den zunächst klar führenden Rossi einzuholen, jagte den Italienr dann im Finish aber in einen seltenen Fehler. Rossi bremste in der letzten Kurve so spät, dass er nur noch eine weitere Linie als sein Verfolger nehmen konnte. Gibernau stach innen durch und fuhr einen Hauch vor Rossi über die Ziellinie. Rossi ist zwar zum 15. Mal in Folge auf das Podium gefahren, aber seit bereits vier Rennen sieglos.

Die zweite Story des Tages schrieb Max Biaggi. Der aus der Pole gestartete Italiener verpatzte den Start völlig, kam nur als Zehnter aus der ersten Runde zurück und flog später endgültig von der Strecke, nachdem er sich bereits wieder auf Platz drei zurück gekämpft hatte.

Keine erfreulichen Neuigkeiten gab es einmal mehr vom KTM-Team. Die 125er (Locatelli am Sachsenring 18., Vincent gestürzt) laufen nach wie vor nicht und KTM hat nicht zuletzt deshalb den für 2005 geplant gewesenen Einstieg in die MotoGP vorerst auf Eis gelegt.

Die schwache Weltwirtschaftslage, der Rückgang auf den internationalen Motorrad-Märkten und der Einbruch des Dollar haben das österreichische Unternehmen dazu veranlasst. Es ist aber kein Schlussstrich unter die Straßen-Aktivitäten von KTM, in der 125er- Klasse wird auch 2004 gefahren.

"Es war ein enttäuschendes Wochenende für uns. Wir werden in den nächsten Tagen unser fünftes Bike fertig haben und für Brünn noch verschiedene Motorenvarianten bereitstellen", sagte KTM-Tuner und Manager Harald Bartol.

(APA)

27.7.2003 16:54