Donnerstag, 24. Juli 2003

U-19-Bronze: Sensationelle Youngsters werden von der Realität eingeholt

  • Erfolgstrainer Gludowatz kann sich über die heimischen Vereine nur wundern
  • PLUS: Das sind unsere jungen Stars!

Bronze bei der U17-EM und nun auch Bronze bei der U19-EM! Österreichs Nachwuchs-Fußball hat im Rahmen der UEFA- Nachwuchsbewerbe nur einen Bezwinger: Portugal. Der regierende U17- Europameister hinderte am Mittwoch im Semifinale der U19-Endrunde in Liechtenstein die rot-weiß-roten Jung-Stars erst in der Verlängerung am Final-Einzug.


Nationen wie Spanien, die Niederlande, Deutschland, Frankreich oder England saßen nur vertreten durch internationale Scouts auf der Tribüne. Immerhin dort wird das Auftreten von Mega-Talenten wie Klaus Salmutter oder Jürgen Säumel registriert.

Ex-Schalke-Nachwuchshoffnung Salmutter narrte am Mittwoch die portugiesischen Junior-Figos, nur sein vergebener Elfmeter trübte seine Top-Leistung. "Bei Sturm hat mir Franco Foda eine Chance gegeben, aber jetzt?", fragte sich der Offensiv-Zampano um seine Zukunft in Graz. Auch Jürgen Säumel weiß: " Bei uns spielen eh fast nur mehr Ausländer und Routiniers. Aber was sollen wir machen?"

Flucht in eine bessere Fußball-Welt
Wenn sie in Österreich keine Chance bekommen, dann gehen sie ins Ausland. Vom U17-Team sind unter anderen Torhüter Olejnik (Aston Villa) und Kapitän Pichler (Florentina Viola) aus Österreich "geflüchtet". Dies wird nun auch im U19-Team verstärkt zu beobachten sein: Prager (Heerenveen), Mössner (Freiburg) und Berger (Frankfurt) werden bald ihre Kollegen im Ausland begrüßen dürfen.

Vereine setzen auf Legionäre statt Nachwuchs
Am selben Tag, an dem die U19-Nationalmannschaft aus Liechtenstein zurückkehrte, nahm der FC Kärnten einen 25-jährigen Ungarn unter Vertrag. Bei der Austria trauert man dem gescheiterten Transfer eines 30-jährigen Niederländers nach und in Graz schwärmt man von einem 39
-jährigen belgischen Torhüter, obwohl man U19-Keeper Robert Almer ziehen hatte lassen.

Unglaubliche Begeisterung verhallt ungehört
Auch Nachwuchs-Teamchef Paul Gludovatz kam ins Grübeln: "Über manche österreichische Vereine kann man sich wirklich nur noch wundern. Wenn man die Begeisterung dieser Burschen sieht, die dann drei oder vier Legionäre vorgesetzt bekommen, einfach unglaublich." (apa)

24.7.2003 14:05