Mittwoch, 23. Juli 2003

Schwimm-WM: Schwere Unstimmigkeiten in Österreichs Kraul-Team

  • Kalteis schwimmt gegen die Zeit und Trainer Zenow
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Das österreichische Team bei der Schwimm-WM in Barcelona ist komplett. Hannes Kalteis und Judith Draxler sind in der Olympia-Stadt eingetroffen, ihr erster von je zwei WM-Bewerben findet heute bzw. Freitag statt. Es geht jeweils über ihre Nebenstrecken, wobei der Niederösterreicher über 800 m Kraul seinen österreichischen Rekord verbessern will. Für Draxler steht tags darauf über 50 m Delfin das WM-Hineinschnuppern vor dem Kraul-Sprint am Samstag im Vordergrund. Doch einige Unstimmigkeiten innerhalb des Teams stören die Vorbereitungen auf die Wettbewerbe.

Kalteis schwimmt bei seiner ersten WM nicht nur gegen die Zeit, sondern indirekt auch gegen seinen Trainer Boris Zenow. Der in Österreich gebliebene Coach traut seinem Schützling über dessen Spezial-Disziplin 1.500 m Kraul eine Zeit rund um seinen VÖS-Rekord von 15:21,41 zu, Kalteis geht auf 15:10 los. Der Athlet von ESV St. Pölten gibt an, in der Vorbereitung 400 Kilometer mehr als im Vorjahr bzw. gesamt 2.900 Kilometer geschwommen zu sein, Zenow bestreitet das.

Unstimmigkeiten bei Zusammenarbeit
Die Meinungsverschiedenheiten des aus Russland gekommenen Betreuers mit dem Jugend-Europameister 2000 gehen soweit, dass Zenow die nun bereits sieben Jahre währende Zusammenarbeit mit Kalteis am liebsten beenden würde. "Aber ich bin Verbandstrainer und muss machen, was der Verband sagt", erklärte der Betreuer. Erst in der vergangenen Woche hätte Kalteis zwei Mal das geplante Training ausgelassen und Zenow über den Grund dafür im Unklaren gelassen, was dessen Unmut nicht eben linderte.

Kalteis freilich sieht in der Kooperation mit Zenow weniger Probleme: "Mir geht's gut mit ihm, ich möchte mit ihm weiter trainieren. Am Anfang gab's vielleicht Probleme, aber da war es mit seiner russischen Mentalität etwas schwierig."

Am Samstag hat er über 1.500 m Kraul die Chance, seine Angaben zu untermauern. (apa/red)

23.7.2003 14:25