Samstag, 26. Juli 2003

Saddam bei Razzia am Sonntag nur knapp entkommen

  • Wieder ein US-Soldat bei Überfall im Irak getötet
  • PLUS: Alle Bilder der getöteten Saddam-Söhne Kusai und Udai!

Immer enger zieht sich die Schlinge um Saddam Hussein: Nur knapp dürfte der irakische Ex-Diktator einer Razzia am Sonntagmorgen entkommen sein. Auch Husseins neuer Sicherheitschef dürfte selbiges Glück gehabt haben. Nach dem Tod der beiden Saddam-Söhne Kusai und Udai am 22. Juli (Bilder siehe Kasten rechts) hatten die US-Truppen ihre Suche nach Saddam deutlich intensiviert.

Nach einem Hinweis von Anwohnern stürmten Truppen drei Häuser in Husseins Heimatstadt Tikrit, wie ein Militärsprecher erklärte. "Wir haben ihn um 24 Stunden verpasst", sagte Oberstleutnant Steve Russell. Nachdem US-Truppen am Donnerstag eine Gruppe Männer festgenommen hatten, unter denen fünf bis zehn Leibwächter von Saddam Hussein vermutet wurden, hätten sie von Anwohnern erfahren, dass sich der Sicherheitsberater und vielleicht Saddam selbst in einem der Häuser aufhielten, sagte Russell.

Nach der Festnahme von Abid Hamid Mahmud el Tikriti, Husseins Cousin und persönlichem Sekretär, soll der frühere Diktator seit 17. Juni einen neuen Sicherheitschef haben, dessen Name aber nicht bekannt wurde. Nur El Tikriti und Saddams jüngerer Sohn Kusai, der vergangene Woche getötet wurde, kannten den Aufenthaltsort von Saddam, hieß es.

Erneut US-Soldat getötet
Bei einem Granatenangriff im Irak sind nach US- Angaben am Sonntag ein Soldat getötet und ein weiterer verletzt worden. Damit stieg die Zahl der in den vergangenen 24 Stunden beim Einsatz im Irak getöteten US-Soldaten auf fünf. Das US-Militär teilte am Sonntag in Bagdad mit, die Soldaten hätten der Eliteeinheit der Marines angehört. Wo der Angriff stattfand, wurde nicht bekannt gegeben.

Seit dem Einmarsch der von den USA geführten Truppen im Irak am 20. März sind vermutlich 6.000 bis 7.800 irakische Zivilisten ums Leben gekommen. Erst am Samstag starben nach Angaben der Einwohner von Kerbala südlich von Bagdad zwei Zivilisten bei einem Zwischenfall mit US-Soldaten.

Misshandlungs-Vorwürfe gegen G.I.s
Das US-Militär beschuldigt vier amerikanische Soldaten der Misshandlung irakischer Kriegsgefangener. Den Militärpolizisten einer in Pennsylvania stationierten Reserveeinheit wird vorgeworfen, am 12. Mai irakische Soldaten in einem Gefangenenlager derart brutal geschlagen und getreten zu haben, dass es zu Knochenbrüchen gekommen sei. (APA/red)

26.7.2003 16:42