Offenbar Putschversuch auf Philippinen vereitelt
- Gruppe von 10 Offizieren auf der Flucht
- Präsidentin: "Höchststrafe für Meuterer und Aufrührer"
Auf den Philippinen hat es offenbar eine Verschwörung von Armee-Offizieren zum Sturz der Regierung gegeben. Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo teilte am Samstag mit, eine Gruppe von zehn fahnenflüchtigen jungen Offizieren habe einen Umsturz geplant. Armee und Polizei fahndeten nach einer "kleinen Bande von verbrecherischen Offizieren niederer Dienstgrade" und Deserteuren.
Präsidentin Arroyo erklärte, sie habe sich legitime Beschwerden von Offizieren über Soldfragen und die Notwendigkeit interner Reformen angehört und diese Angelegenheit direkt mit den Streitkräften geklärt. Meuternde Soldaten würden jedoch wegen Missachtung der Befehlsgewalt und wegen Verletzung von Gesetzen vor ein Militärgericht gestellt. "Die Republik wird die Höchststrafe für Meuterer und Aufrührer einfordern", sagte sie.
Dies solle eine Warnung an skrupellose Politiker sein, die die Handlungen einiger verbrecherischer Offiziere für ihre Ziele nutzen wollten. Sie betonte, dass die Regierung die Lage voll unter Kontrolle habe. Beobachter gehen davon aus, dass ein Putsch gegen Arroya weder in der Militärführung noch im Volk große Unterstützung finden würde.
Bewachung des Präsidentenpalastes verstärkt
Um den Präsidentenpalast Malacanang in Manila wurden am Samstag dennoch schwer bewaffnete Soldaten und gepanzerte Fahrzeugen postiert. Seit Ende vergangener Woche hatte es Gerüchte über einen Putschversuch gegeben. Bei jungen Offizieren der Streitkräfte herrscht wachsender Unmut über geringe Besoldung, schlechte Unterbringung sowie korrupte Machenschaften in den Führungszirkeln.
Präsidenten-Vorgänger warnte vor Revolte
Der wegen Korruptionsvorwürfen inhaftierte Vorgänger im Präsidentenamt, Joseph Estrada, hatte Arroyo gewarnt, sie müsse mit einer Revolte der Bevölkerung rechnen, da sie unrechtmäßig die Macht an sich gerissen habe. (apa)
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