Castro attackiert Europa beim Revolutionsjubiläum

Kubas Staats- und Parteichef Fidel Castro hat die Europäische Union heftig attackiert. "Kuba braucht die Europäische Union nicht, um zu überleben und sich zu entwickeln", sagte Castro am Samstag bei einer Rede zum 50. Jahrestag des Überfalls auf die Moncada-Kaserne in der Stadt Santiago de Cuba. Weder Europa noch die USA würden das letzte Wort über die Geschicke der Menschheit sprechen.
Castro reagierte mit seinen Angriffen einmal mehr auf die diplomatischen Sanktionen, die die EU wegen der Verletzungen der Menschenrechte in Kuba Anfang Juni beschlossen hatte. Nach der Verurteilung von 75 Dissidenten zu drakonischen Haftstrafen und der Hinrichtung von drei Bootsentführern im Schnellverfahren waren die Europäer darin übereingekommen, die politischen Besuche auf Kuba stark einzuschränken und Dissidenten zu allen offiziellen Anlässen in ihre Vertretungen in Havanna einzuladen.
"Die Europäische Union täte gut daran, weniger über Menschenrechte zu reden und mehr für die wahrhaften Menschenrechte der immensen Mehrheit der Völker der Welt zu tun", sagte Castro in seiner Rede vor 10.000 ausgewählten Zuhörern.
Den Europäern warf Castro vor, sie seien als ehemalige Kolonialmächte für das Elend in der Dritten Welt verantwortlich. Die humanitäre Hilfe, die sie Kuba anböten, sei an so viele Bedingungen geknüpft, dass sie seinem Land keinen Nutzen bringe. Der EU mangle es auch an Entscheidungsfreiheit wegen ihrer Verpflichtungen gegenüber der NATO, den USA und der Welthandelsorganisation (WTO). Die ehemaligen sozialistischen Länder, die im nächsten Jahr der EU beitreten werden, beschimpfte Castro als "trojanische Pferde der imperialistischen Macht", denn sie stünden den USA näher als den anderen Europäern. (APA)
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