Bush bewertet Israels Sperrmauer als "Problem"
- Abbas erstmals in den USA zu Besuch
- Abbas will US-Regierung zu mehr Durck auf Israel bewegen
US-Präsident Bush hat sich der palästinensischen Kritik an Israel wegen der Errichtung einer Sperrmauer entlang der Grenze zu den Palästinenser-Gebieten angeschlossen. "Die Mauer ist ein Problem", sagte Bush am Freitag nach einem Gespräch mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Abbas im Weißen Haus in Washington.
Der US-Präsident forderte von Israel außerdem einen Stopp des Siedlungsbaus in den palästinensischen Gebieten. Insgesamt zeigte sich Bush aber zufrieden mit den israelischen Anstrengungen im Friedensprozess.
"Es ist schwierig, Vertrauen aufzubauen, wenn eine Mauer durch das Westjordanland verläuft", sagte Bush. Er werde das Problem kommende Woche gegenüber dem israelischen Ministerpräsidenten Sharon ansprechen. Offiziell machte Bush Abbas, der in dem Gespräch größeren amerikanischen Druck auf Israel verlangen wollte, aber keinerlei Zugeständnisse.
Abbas kritisierte nach seinem ersten offiziellen Empfang im Weißen Haus die israelischen Bemühungen als unzureichend. Israel müsse mehr palästinensische Gefangene freilassen und den Palästinensern größere Bewegungsfreiheit gewähren, forderte Abbas. Es war das erste Mal seit seinem Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren, dass Bush die palästinensische Regierungsspitze nach Washington eingeladen hatte. Die USA ignorieren offiziell den gewählten palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat.
US-Finanzminister John Snow und Handelsminister Donald Evans sollen nach Bushs Worten demnächst in den Nahen Osten reisen, um über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines künftigen palästinensischen Staates zu sprechen. Eine amerikanisch- palästinensische Expertengruppe solle für diesen Zweck die wirtschaftliche Lage in den Palästinenser-Gebieten untersuchen. (APA)
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