Dienstag, 22. Juli 2003

16 Tote bei Anschlägen im indischen Teil Kaschmirs

  • 2 Selbstmordattentäter stürmen Armeecamp

Bei Angriffen mutmaßlicher muslimischer Rebellen auf Hindu-Pilger und auf eine Kaserne im indischen Teil Kaschmirs sind 16 Menschen getötet worden. Zwei Selbstmordattentäter stürmten am Dienstag ein Armeecamp und eröffneten das Feuer. Bei dem mehrstündigen Gefecht starben sieben Soldaten und die Angreifer. Bei der Explosion zweier Sprengsätze waren nur Stunden zuvor sieben Pilger getötet worden.

Die beiden Sprengsätze detonierten am Montagabend kurz hintereinander in einer Gemeinschaftsküche, in der den Gläubigen Gratisessen serviert wurde. Zur Zeit des Anschlags befanden sich fast 2.000 Pilger dort. Der Tatort liegt an einem Bergpfad, der zu einem Hindutempel führt. Derzeit ist Hochsaison für Pilgerfahrten zu dem Vaishno-Devi-Tempel in dem Ort Banganga, etwa 60 Kilometer nordöstlich von Kaschmirs indischer Winterhauptstadt Jammu.

Die blutigsten Anschläge der vergangenen Wochen in Kaschmir überschatteten die Bemühungen der Regierungen Pakistans und Indiens, das Verhältnis zwischen den beiden verfeindeten Atommächten zu entspannen. Indiens Vize-Premierminister L. K. Advani sagte bei einer Sitzung des Parlaments in Neu Delhi, die "barbarischen" Angriffe zielten darauf, den Friedensprozess zu torpedieren.

Für den Anschlag auf die Pilger übernahm zunächst niemand die Verantwortung. Die Behörden vermuteten hinter der Bluttat die verbotene Rebellengruppe Hizbul Mudschahedin, die in der Gegend aktiv ist. Zu dem Angriff auf die Kaserne bekannte sich eine bisher unbekannte muslimische Rebellengruppe.

Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen muslimische Milizen für den Anschluss der Region an Pakistan. Indien wirft Pakistan vor, die Rebellen zu unterstützen, Pakistan weist das regelmäßig zurück. (apa)

22.7.2003 14:10