Dienstag, 22. Juli 2003

Israel will offenbar keine Extremisten freilassen

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Entgegen anders lautenden Berichten will Israel offenbar überhaupt keine palästinensischen Extremisten aus dem Gefängnis entlassen. Eine interministerielle Kommission habe eine Liste mit 350 palästinensischen Häftlingen abgesegnet, die freikommen sollten, berichtete der öffentliche israelische Rundfunk am Mittwoch. Auf der Liste seien jedoch keine Anhänger der Hamas und Islamischer Jihad.

Der Militärrundfunk berichtete weiter, der Ausschuss habe beschlossen, ein Dossier zu hundert weiteren Gefangenen, die "terroristischen" Organisationen angehörten, an die Regierung zurück zu leiten. Der palästinensische Gefangenen-Minister Hisham Abdel Razek verurteilte die Entscheidung der Kommission. Sie werde den "politischen Prozess" in eine Sackgasse führen.

Zuvor hatte der Militärrundfunk berichtet, die Kommission könnte die Freilassung von 450 palästinensischen Gefangenen absegnen. Unter ihnen seien mehrere dutzend Mitglieder von Hamas und Islamischem Jihad, die "kein Blut an ihren Händen haben", also nicht an anti- israelischen Anschlägen beteiligt waren. Für die Freilassung der Gefangenen ist die Zustimmung der speziellen Kommission erforderlich.

Anfang Juli hatte das israelische Kabinett die Freilassung von 350 palästinensischen Gefangenen gebilligt, davon ausgenommen waren Aktivisten von Hamas und Islamischem Jihad. Israelischen Medienberichten zufolge beugte sich Regierungschef Ariel Sharon dann dem Druck der USA und beschloss, auch Extremisten freizulassen. Sharon selbst dementierte jedoch die Berichte. Die palästinensische Regierung verlangt die Freilassung aller rund 6.000 Gefangenen. (apa)

22.7.2003 11:56