Montag, 21. Juli 2003

Australien entsendet Eingreiftruppe für Salomonen

  • Kontingent umfasst 2.000 Polizisten und Soldaten

An der Spitze einer multinationalen Eingreiftruppe für die von Gewalt und Chaos erschütterten Salomoneninseln ist am Montag ein australisches Kriegsschiff in See gestochen. Die Fregatte "HMAS Manoora" habe Einsatzfahrzeuge an Bord und solle vor der Küste des südpazifischen Inselstaats als Kommandozentrale dienen, meldeten australische Medien.

Die Entsendung des insgesamt 2.000 Polizisten und Soldaten umfassenden Kontingents, an dem Neuseeland, die Fidschi- Inseln, Tonga und Papua-Neuguinea beteiligt sind, gilt als die größte Militäroperation im Südpazifik seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die Interventionskräfte dürfen den Angaben zufolge im Notfall auch Waffengewalt einsetzen, um Recht und Ordnung wieder herzustellen. Die Regierung der Salomonen hatte seine Nachbarstaaten selbst um die Truppen gebeten, weil sie der Gewalt auf dem Archipel rund 2000 Kilometer nordöstlich von Australien nicht mehr Herr wird.

Die Ankunft der "Manoora" ist für Donnerstag geplant. Zeitgleich sollen australische Polizisten auf die Inselgruppe geflogen werden. Australien, dass die meisten Sicherheitskräfte stellt, rechnet laut Verteidigungsminister Robert Hill mit einem mehrmonatigen Einsatz.

Der Gewalt durch bewaffnete Milizen, die auch die Hauptstadt Honiara kontrollieren, sollen alleine in diesem Jahr bereits Dutzende Menschen zum Opfer gefallen sein. Der Archipel ist seit Jahren Schauplatz ethnischer Konflikte. Als Hauptursache der Lage gelten anhaltende Spannungen zwischen Ureinwohnern auf der Hauptinsel Guadalcanal und Zuwanderern aus der nahen Provinz Malaita. (apa)

21.7.2003 12:05