Sonntag, 27. Juli 2003

Slowenen kommen immer wieder Schafe abhanden

  • Tiere verschwinden an der Grenze zu Österreich
  • Bauer beschuldigt "Haider-Anhänger", "der uns nicht mag"

Aufregung an der österreichisch-slowenischen Grenze! immer wieder verschwinden dort seit einem Jahr Schafe eines slowenischen Bauern. Immer wieder geraten die ahnungslosen Tiere über die Grenze - kehren jedoch nicht wieder. Eine Erklärung hat der Slowene schnell parat: Hinter dem Verschwinden stecke ein "Haider-Anhänger" aus Wien, "der uns Slowenen nicht mag".

Mit einem Elektrozaun knapp unter dem Gipfel des Kahlkogels (Golica) in den Karawanken wollen slowenische Schafbauern dem "Verschwinden" ihrer Tiere Einhalt gebieten. Allein im vorigen Sommer seien 19 von 390 Schafen nicht von der Alm zurückgekehrt, berichtete die Marburger Tageszeitung "Vecer" am gestrigen Samstag. Vor allem im September komme es nämlich vor, dass sich die Schafe in höheren Lagen aufhielten und sich das eine oder andere auf die österreichische Seite verlaufe. "Es ist aber unmöglich, dass 19 Schafe in Österreich einfach so vom Erdboden verschluckt werden", beklagte sich der Bauer Stefan Klinar.

Vor einigen Jahren habe ein Hirte an der Grenze sogar ein durch einen Brustschuss getötetes Schaf gefunden. "Damals hätten wir harte Beweise sammeln und die Sache bereinigen sollen", ärgert sich Klinar im Nachhinein. Seinen Informationen zufolge handelt es sich beim Besitzer des Grundstücks auf der österreichischen Seite des 1835 Meter hohen Kahlkogels um einen "Haider-Anhänger" aus Wien, "der uns Slowenen nicht mag". "Wir wünschen uns, dass die Österreicher ein bisschen mehr Respekt zeigen und unsere Tiere nicht einfach so umbringen", forderte Klinar. Seine Frau Tilka betonte, dass die slowenischen Bauern verirrte österreichische Schafe immer geschützt und deren Eigentümern zurückgegeben hätten.

Bürgermeister kann nicht helfen
Der Bürgermeister der slowenischen Grenzstadt Jesenice (Aßling), Boris Bergant, sagte gegenüber der Zeitung, er habe das Problem bereits vor einiger Zeit mit seinem Amtskollegen im kärntnerischen St. Jakob im Rosental, Johann Obiltschnig (SP), erörtert. Obiltschnig habe ihm zugesichert, mit dem Grundstückseigentümer zu sprechen. Geschehen sei aber offenbar nichts. (APA/red)

27.7.2003 08:48