Samstag, 26. Juli 2003

440 Euro mehr? Die Pläne zur Steuerreform 2005!

  • Erste Details des "Schüssel-Grasser-Plans" bekannt
  • Opposition kritisiert "faule Ausreden" der VP: Reform schon '04

Die bekannt gewordenen Steuerpläne von Bundeskanzler Schüssel und Finanzminister Grasser stoßen auf harsche Kritik aus Opposition und Gewerkschaft. Laut Regierung soll erst 2005 eine größere allgemeine steuerliche Entlastung kommen, ein Vorziehen der Reform wäre laut Staatssekretär Finz schon aus zeitlichen Gründen nicht möglich.

"Faule Ausrede", kontert die SPÖ. Finanzsprecher Matznetter erklärt, eine Vorziehung wäre einzig eine Frage des politischen Willens. Bereits im September könnte ein entsprechender Antrag im Parlament eingebracht werden und die so dringend notwendige Steuerentlastung könnte ohne Probleme Anfang 2004 in Kraft treten. Von "Schwindel der Marke KHG" (Grasser) sprechen die Grünen.

Auch der ÖGB besteht auf ein Vorziehen der großen Reform, um die Arbeitnehmer zu entlasten, den Wirtschaftsstandort zu sichern und den Konsum anzukurbeln. "Dieser Schritt ist unbedingt bereits im kommenden Jahr notwendig. Denn die geplante kleine Steuerentlastungsversion für 2004 ist durch die bestehenden und auf die ÖsterreicherInnen nun noch zukommenden Belastungen längst konterkariert", so Präsident Verzetnitsch.

Der "Schüssel-und-Grasser-Plan" sieht laut "Krone" 2004 eine Steuerfreistellung für Jahresbruttoeinkommen bis 14.500 Euro vor. Ebenfalls 2004 werden die Lohnkosten für ältere Arbeitnehmer entscheidend gesenkt. Damit würden diese Arbeitnehmer für die Betriebe "billiger". Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis von Betrieben gibt es steuerliche Entlastung für nicht entnommene Gewinne.

Die zweite Etappe der Steuerreform soll erst Anfang 2005 in Kraft treten, eine große Tarifreform bei Einkommens- und Lohnsteuer soll für den Einzelnen im Schnitt pro Jahr knapp 440 Euro ausmachen, die Abgabenquote sinkt auf 43 Prozent, der Körperschafts-Steuersatz um zumindest drei Prozentpunkte. (APA)

26.7.2003 21:24