"Speck weg": Rauch-Kallat will Spitalsbetten reduzieren
- Ministerin bekräftigt im "profil"-Interview ihren Sparkurs
- "Keinen Grund", über Regierungseintritt Haiders nachzudenken
·Medikamente
Apotheken wollen beim Sparen helfen
Es bleibt beim strikten Sparkurs. In der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" bekräftigt Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (VP) ihren Wunsch nach einer kräftigen Reduktion an Spitalsbetten in Österreich. Außerdem kommentiert sie die Diskussion um eine mögliche Rückkehr Jörg Haiders an die Spitze der Bundes-FPÖ.
Demnach geben es "keinen Grund, darüber nachzudenken", dass der Kärntner Landeshauptmann bald neben ihr auf der Regierungsbank sitzen könnte, so die ÖVP-Politikerin.
Die Ministerin verteidigt die Arbeit der Koalition, auch gegen Kritik, wie sie jüngst vom Salzburger ÖVP-Landeshauptmann Franz Schausberger geübt wurde. Sie selbst habe - als frühere Gegnerin einer Zusammenarbeit mit der FPÖ - einen "Revisionsprozess der eigenen Erfahrungen durchgemacht". Aber auch eine Zusammenarbeit mit den Grünen sei nicht ausgeschlossen, sagte Rauch-Kallat.
Der FPÖ-Forderung nach einer Aufhebung der Zuverdienstgrenze während der Karenzzeit erteilt die Frauenministerin eine Absage: "Das würde teuer werden. Dann nimmt der Mann ein halbes Jahr Karenz, ohne dass er beim Kind bleibt". Damit künftig mehr Männer in Karenz gehen, plant Rauch-Kallat, junge Mütter per Gutschein in Orientierungsseminaren zu ermuntern, die Väter "mehr in die Pflicht zu nehmen".
Als Gesundheitsministerin bekräftigte Rauch-Kallat ihre Absicht, Spitalsbetten in jenen Regionen abzubauen, wo es zu viele gebe. "Es soll kein Bezirk ohne Krankenhaus sein. Aber es muss nicht jedes Spital eine Chemotherapie anbieten oder Spezialist für Herzinfarkte sein." Das Defizit der Krankenkassen (900 Millionen Euro bis 2006) werde durch die vor dem Sommer beschlossenen Budget-Maßnahmen um 400 Millionen Euro reduziert, so die Ministerin. Der Rest sei von den Kassen "durch verschiedene Maßnahmen", wie die Verschreibung billigerer Medikamente, einzusparen. (ehr)
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