Dienstag, 22. Juli 2003

Dürre: Österreich fordert heute EU-Hilfe

  • 1 Milliarde Euro Schaden durch Dürre in Deutschland
  • PLUS: Das Wetter in Europa spielt verrückt!

Die EU-Agrarminister sind in Brüssel zu Beratungen über die Folgen der anhaltenden Trockenheit für die Landwirtschaft zusammengekommen. Österreich fordert gemeinsam mit Deutschland, Frankreich und Italien Unterstützung der EU.

Die deutsche Ressortchefin Renate Künast sagte bei ihrer Ankunft: "Wir wissen, dass wir ein großes Problem haben." Nach den massiven Ernteausfällen seien die Landwirte gezwungen, Futtermittel zuzukaufen, betont man auch in der österreichischen Delegation.

Die EU wollen die vier Länder bitten, etwa Prämien früher auszubezahlen oder Interventionsgetreide als Futtermittel umzuwidmen. Das auch Mittel aus dem EU-Katastrophenfonds fließen könnten, gilt derzeit aber noch als unwahrscheinlich.

Lage In Deutschland
In Deutschland seien rund 3,5 Millionen Hektar Getreideflächen in unterschiedlichem Maß von der Dürre betroffen, sagte der Deutsche Bauernverband-Präsident Sonnleitner am Montagabend nach einem mehrstündigen Treffen mit Verbraucherschutz- und Agrarministerin Künast in Berlin. Künast habe sich bei dem Treffen "sehr aufgeschlossen" für die von den Landwirten erhofften finanziellen Notprogramme gezeigt, sagte Sonnleitner. Sie wolle sich auch bei der EU für die deutschen Bauern einsetzen.

Sonnleitner sagte, es müsse alles versucht werden, dass Entscheidungen in der EU noch vor dem Herbst fielen. National werde darüber nachgedacht, die so genannten Notstandsbeihilfen von Bund und Ländern wieder aufleben zu lassen. Die Schäden für die Bauern durch die diesjährige Dürre sind nach Angaben Sonnleitners höher als die Flutschäden im vergangenen Jahr. Unklar sei noch, ob auch die Kartoffel-, Mais- und Zuckerrübenernte betroffen sein werde. (apa)

22.7.2003 07:52