Montag, 21. Juli 2003

Nach Salmonellen-Epidemie: Strandbad-Restaurant in Klagenfurt wieder geöffnet

  • Über Hundert Menschen mit Salomonellen infiziert
  • Marktamts-Leiter vorerst suspendiert

Am Freitagnachmittag fiel im Klagenfurter Rathaus die Entscheidung: Das Strandbad-Restaurant, in dem sich seit Anfang Juli mehr als 100 Menschen mit Salmonellen infiziert hatten, darf seine Küche wieder öffnen. Zuvor war der Leiter des Marktamtes vorläufig seiner Funktion enthoben worden.

Die Klagenfurter Gesundheitsreferentin Maria-Luise Mathiaschitz- Tschabuschnig (S) erklärte am Freitag, sie habe zwar große Bedenken gegen die Wiedereröffnung des Restaurantbetriebes, aus rechtlicher Sicht gebe es jedoch keine Möglichkeit, die Sperre aufrecht zu erhalten. In den vergangenen Tagen waren keine Neuerkrankungen mehr festgestellt worden.

SPÖ-Vizebürgermeister Ewald Wiedenbauer übte heftige Kritik an der Aufhebung der Sperre. Er verwies darauf, dass bereits der Entzug der Gewerbeberechtigung für den Pächter Leopold Tischler angekündigt worden sei. Zudem sei die Causa bei der Staatsanwaltschaft anhängig.

"Bei einer Inspektion durch das Gesundheitsamt wurde festgestellt, dass Küche und Restaurant sich in einem ausgezeichneten hygienischen Zustand befinden und ein eigenes Hygiene-Management installiert wird", erklärte Bürgermeister Harald Scheucher (V) am Nachmittag gegenüber der APA. "Deshalb wurde per Bescheid die Sperre der Küche mit sofortiger Wirkung wieder aufgehoben."

Das Marktamt in Klagenfurt wird nach der Funktionsenthebung von Gerhard Winkler interimistisch durch Wolfgang Posch von der Abteilung Gewerberecht/Wasserrecht geleitet. Laut Bürgermeister war "das nicht professionelle Vorgehen bei der Aufklärung der Ursachen der Salmonellenfälle" der Grund für die Funktionsenthebung des Marktamtsleiters gewesen, die Voraussetzungen für eine Suspendierung wegen Dienstpflichtverletzung seien nach der derzeitigen Beweislage aber nicht gegeben. (apa)

21.7.2003 14:51