Siamesische-Zwillinge: Ein Mädchen bereits ohne künstliche Beatmung
- Eltern konnten Michaela schon aus dem Bett nehmen
- Nach wie vor Lungenprobleme bei Melanie
Letzte Woche wurden im Wiener AKH siamesische Zwillinge getrennt. Den beiden Mädchen geht es den Umständen entsprechend gut. Michaela kommt bereits ohne künstliche Beatmung aus, sagte Univ.-Prof. Dr. Ernst Horcher, Leiter der klinischen Abteilung der Kinderchirurgie. "Das Mädchen, bisher künstlich ernährt, wird auch schon gefüttert", so der Mediziner. Bei Melanie gab es dagegen nach wie vor Lungenprobleme.
Die am Bauch zusammengewachsenen Zwillinge waren am Donnerstag nur einen Tag nach ihrer Geburt getrennt worden. Zwei Teams hatten den siebenstündigen Eingriff durchgeführt. Der Dickdarm war in die gemeinsame Harnblase eingewachsen, der Darm wurde zwischen den Zwillingen aufgeteilt. Die Neugeborenen bekamen einen künstlichen Darmausgang.
Michaela konnte am Wochenende von ihren Eltern aus dem Bett genommen und herumgetragen werden. "Ihr Zustand ist stabil und zufrieden stellend. Es gibt keine Probleme - weder chirurgische noch was Infektionen betrifft", betonte Horcher. Bei Melanie bestand nach wie vor Intensivpflicht. "Ihre Lungenprobleme werden uns noch einige Zeit Sorgen bereiten", so der Arzt. "Man kann nicht voraussagen, wie es weitergeht. Aber es gab zumindest keine unerwarteten Veränderungen."
Wichtigstes Ziel sei es gewesen, die Zwillinge mit einem möglichst wenig belastenden Eingriff zu trennen, so Horcher. Später einmal - dem Mediziner zufolge in einigen Monaten oder Jahren - werden weitere operative Korrekturen anstehen, um "zum Beispiel den künstlichen Ausgang in eine normale Position zu bringen". Das eile jedoch nicht.
Die Kinder sollen jetzt einmal selbst atmen und an "normale" Ernährung gewöhnt werden. Das geschieht in kleinen Schritten. Ziel ist es, dass die Mutter die Babys stillen kann. (apa/red)
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