Haider beißt wieder
- Sein Kampf gegen die VP & um die FP
- Haider gegen Grasser und für 3-Mrd.-Steuerreform ’04

Haider vs. Grasser: Doppelschlag gegen Finanzminister: „3 Milliarden für Steuerreform schon 2004.“ Plus: Scharfe Kritik an Grassers Steuerspar-Verein.
Haider vs. Haupt: Pakt für Obmannwechsel gilt: „Habe keinen Grund, an Haupts Versprechen zu zweifeln.“ Seine Forderungen an ÖVP-Chef Schüssel.
Die junge Dame im Vampirskostüm mit den Furcht erregenden Schneidezähnen, die eigens aus Deutschland zum jährlichen Umzug ins kärntnerische Moosburg gekommen ist, hat keine Ahnung, wer der „amüsante Herr“ ist. Und so weiß sie auch nicht, warum er freudig mit ihr für ein Foto posiert und den anwesenden Journalisten augenzwinkernd zuruft: „Da können wir gleich anfangen, den Schwarzen ein paar Giftzähne zu ziehen.“
Der „amüsante Herr“ ist freilich niemand Geringerer als Jörg Haider himself. Und der befindet sich offensichtlich schon im Wahlkampffieber. Denn derzeit ist in seiner politischen Heimat Kärnten kein Umzug, kein Feuerwehrfest und kein Clubbing vor ihm sicher. Der 53-Jährige mit den großen politischen Plänen wirkt omnipräsent und schier unermüdlich. Wer aber glaubt, dass Haiders Sommerspektakel ausschließlich dem Vorwahlkampf für die Kärntner Landtagswahl – voraussichtlich im März 2004, vielleicht aber doch schon früher – dient, irrt gewaltig. Denn der Ex-FP-Chef nützt lieber die allgemeine Urlaubsstimmung aus, um sich am bundespolitischen Parkett wieder laut zurückzumelden.
Im NEWS-Interview geht Haider denn auch in die Offensive und rechnet mit seiner eigenen politischen Erfindung, Finanzminister Karl-Heinz Grasser, auch nach dessen „Reinwaschung“ durch seinen „weisungsgebundenen Finanzstaatssekretär“, Alfred Finz, ab: „Es ist schon verwunderlich, dass Grasser für seinen Hobbyverein keine Steuern zahlen muss.“
Haider kontra Grasser. Und Haider kritisiert, ganz wie auch Opposition und Medien, den „Graubereich, der bei Grasser zwischen Politik und Lobbys“ entstanden sei. Dass FP-Klubchef Herbert Scheibner Grasser vergangenes Wochenende verteidigt hatte, goutiert Haider ebenso wenig wie der Großteil seiner Partei.
Und so heißt die blaue Devise – von Herbert Haupt bis Magda Bleckmann – längst: Feuer frei gegen den ehemaligen blauen Sonnyboy. Denn eines hat Haider den Seinen bereits vergangenen Samstag – als etwa FP-Generalsekretärin Bleckmann und FP-Sportstaatssekretär Karl Schweitzer eigens zur ORF-Starnacht nach Pörtschach antanzten – klargemacht: Sollten neue Beweise gegen Grasser auftauchen, müsste die FPÖ einem von SPÖ und Grünen geforderten Untersuchungsausschuß gegen den Finanzminister zustimmen.
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Plus: Jörg Haider im NEWS-Interview: "Grasser ermutigt, keine Steuern zu zahlen"
Plus: "FP-Koalition war Fehler" - Kärntens VP-Chef Wurmitzer über Haider
Plus: "Wer Nr.1 wird, wird LH" - Kärntens SP-Chef Ambrozy über die Kärnten-Wahl
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