Sonntag, 20. Juli 2003

"profil": Augarten-Konkurs könnte für BA-CA Nachspiel haben

  • Masseverwalter will Rolle des Hauptgläubigers "prüfen"
  • Augarten hofft auf Fortführung - Produktion läuft noch

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner brandneuen Ausgabe berichtet, könnte der Konkurs der Wiener Porzenllanmanufaktur Augarten für den Hauptgläubiger Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) ein rechtliches Nachspiel haben. Masseverwalter Johannes Jaksch will die Rolle der Bank im Vorfeld des Konkurses untersuchen. Jaksch gegenüber "profil": "Es wird zu prüfen sein, ob die BA-CA de facto eine Eigentümerfunktion hatte."

Augarten hatte jahrelang direkt im Einflussbereich der BA-CA gestanden und war Ende 2000 an die vorgeblich unabhängige B & C Holding, Tochter der B & C Privatstiftung, übertragen worden. Die Bank hat stets betont, keine Kontrolle über die B & C-Gruppe und ihre Töchter zu haben.

BA-CA: Masseverwalter tut nur seinen Job
Die Bank Austria Creditanstalt, Hauptgläubiger der in Konkurs befindlichen Wiener Porzellanmanufaktur Augarten, sieht einer Prüfung durch den Masseverwalter Johannes Jaksch bezüglich einer möglichen Eigentümerfunktion "entspannt" entgegen. Der Masseverwalter tue nur seine Pflicht, sagte BA-CA-Pressesprecher Martin Hehemann zur APA. Die BA-CA, weder direkt noch indirekt Gesellschafter von Augarten, habe keinen Einfluss auf die Geschäftsführung der Manufaktur genommen.

Sollte der Masseverwalter der Bank das Gegenteil nachweisen, könnten die aushaftenden Forderungen an Augarten in der Höhe von 5,7 Millionen Euro als eigenkapitalersetzende Gesellschafterzuschüsse gewertet werden. Die BA-CA hätte damit keinen Ansprüche auf die Konkursmasse. (APA/Red.)

20.7.2003 08:08