Freitag, 18. Juli 2003

BBAG/Brau Union: Heineken ist jetzt der Eigentümer

  • 5. November: Außerordentliche Hauptversammlungen - Niederländer ziehen in Aufsichtsräte ein

Die österreichische Getränkegruppe BBAG/Brau Union gehört nun mehrheitlich dem niederländischen Bierriesen Heineken. Der drittgrößte Bierkonzern der Welt hat das Closing für 15. Oktober anberaumt. Seit letztem Freitag liegen alle Fusionsgenehmigungen vor.

Jetzt steht nur noch das Okay der Übernahmekommission für das Abfindungs-Angebot Heinekens an den Streubesitz der beiden noch börsenotierten Gesellschaften Brau Beteiligungs AG (BBAG) und Brau Union AG aus. Die Abfindung soll demnächst starten: "Wir erwarten, dass Heineken in der ersten Hälfte des November den Prospekt für das öffentliche Angebot veröffentlichen kann".

Für 5. November wurden in Linz zwei außerordentliche Hauptversammlungen der BBAG und der Brau Union einberufen, wo die Niederländer in die Aufsichtsräte der beiden Gesellschaften in Österreich einziehen. In der ersten Novemberhälfte sollen die Streubesitz-Aktionäre dann auch den exakten zeitlichen Ablauf ihrer Bar-Abfindungen kennen.

Bekannt ist den Kleinanlegern der BBAG und der Brau Union seit Anfang Mai der Preis, den sie für ihre Aktien erhalten. Heineken zahlt den Streubesitz-Aktionären für die BBAG-Stammaktie 124 Euro und für die ebenfalls noch an der Wiener Börse gelistete BBAG-Tochter Brau Union 127,27 Euro pro Aktie.

BBAG und Brau Union sollen nach erfolgreichem Ablauf der free-float-Abfindungsangebote von der Wiener Börse genommen werden, ihr operatives Getränke-Geschäft wird im kommenden Jahr auf die künftige "Brau Union neu" (als Teilkonzern Heinekens mit Sitz in Österreich) abgespalten.

Heineken-Konzernchef Thony Ruys ist die Totalübernahme der BBAG/Brau Union-Gruppe - einschließlich der anstehenden Streubesitzabfindungen - 1,9 Mrd. Euro wert. Davon fließen 1,5 Mrd. Euro in cash, der Rest von 400 Mio. Euro entfällt auf die Übernahme von Schulden.
(apa, red)

18.7.2003 15:56